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Der Telebasel News Beitrag vom 10. Juli 2020.
Basel

Basel-Stadt begrüsst James Murdoch als MCH-Ankeraktionär

Die Basler Regierung und Politiker aus verschiedenen Parteien begrüssen den Einstieg von James Murdoch als neuer Grossaktionär der MCH Group AG.

Der Messeveranstalter MCH Group ist auf der Suche nach einem Investor fündig geworden: James Murdoch, Sohn des Medienmoguls Rupert Murdoch, soll die finanziell angeschlagene Gruppe mit Geld und Know-how zurück in die Spur bringen. Der Standort Basel geht gestärkt aus dieser Lösung hervor.

Die MCH Group sei in der Corona-Krise zum Sanierungsfall geworden und brauche dringend Geld, sagte Verwaltungsratspräsident Ulrich Vischer am Freitag vor den Medien. Letzten Herbst wurde die Suche nach einem Investor lanciert und zuletzt sickerte durch, dass James Murdoch und seine in der Event-, Technologie- und Medienbranche aktive Lupa Systems LLC den Zuschlag erhalten dürfte.

Vorgesehen ist, dass der MCH Group über eine Kapitalerhöhung insgesamt 104,5 Millionen Franken zufliessen. Am Ende soll die öffentliche Hand mit dem Kanton Basel-Stadt an der Spitze einen Drittel an der Gruppe halten. Die Beteiligung von James Murdoch wird, je nachdem wie stark sich bestehende Aktionäre an der Aktienausgabe beteiligen, zwischen 30 und 44 Prozent bewegen.

Umstrittener Vater

James Murdoch stammt aus der Milliardärs-Familie Murdoch. Sein Vater Rupert ist umstritten. Er besitzt unter anderem in den USA den dem Präsidenten Donald Trump nahestehenden TV-Sender Fox News, zudem wird ihm vorgeworfen, mit seinen englischen Boulevard-Blättern die Brexit-Kampagne unterstützt zu haben.

Doch James Murdoch will sich offensichtlich vom politischen Weg seines Vater distanzieren. Der Murdoch-Spross habe etwa bei den US-Vorwahlen einen Kandidaten der Demokraten unterstützt und engagiere sich im Umweltbereich und kulturellen Belangen, sagte Verwaltungsratsmitglied und Basler SP-Regierungsrat Christoph Brutschin zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Neben seiner Tätigkeit als CEO von Lupa Systems ist James Murdoch Verwaltungsrat von Tesla, News Corp und der Dia Art Foundation. Viel Geld floss in seine Kassen, nachdem die Familie vor zwei Jahren grosse Teile von 21st Century Fox an den Disney-Konzern verkauft hatte.

«Weiterhin Messen in Basel oder Zürich»

Welche Pläne James Murdoch mit der MCH Group verfolgt, bleibt ungewiss. Selber gab er sich in einer Videobotschaft von der Strategie «vollauf überzeugt». Die Gruppe will sich weg vom traditionellen Messeunternehmen hin zu einer Plattform für Messe- und Kongress-Communities entwickeln. «Wir werden aber weiterhin in Basel oder Zürich Messen durchführen», stellte CEO Bernd Stadlwieser klar.

Der Umbruch ist bitter nötig. Der Messebetrieb steht seit März still und der Gruppe sind den Angaben zufolge seither Umsätze bis zu 180 Millionen Franken an Umsatz verloren gegangen. Ausserdem kehrten grosse Uhrenhersteller wie die Swatch Group, Rolex oder die französische LVMH der Baselworld den Rücken. Nun wird nach einem neuen Format dafür gesucht.

Öffentliche Hand ebnet den Weg

Das Engagement von James Murdoch sei auch als Bekenntnis zum Standort Basel zu sehen, erklärte Ueli Vischer. Dafür bürge eine auf mindestens 15 Jahre ausgelegte Vereinbarung mit einer Aktien-Haltefrist von fünf Jahren. Die Kunstmesse Art Basel soll Teil der MCH Group bleiben.

Die vertraglich zugesicherte Standortgarantie wird auch in der Basler Politik begrüsst. Mit Lupa Systems erhalte die MCH Group einen verlässlichen Ankeraktionär, der bereit sei, substanzielle Mittel in die Unternehmung einzubringen, sagte Christoph Brutschin.

Kanton gibt 30 Millionen Franken

Den Weg für die Lösung mit James Murdoch unterstützt die Politik mit grossem Aufwand. Im Rahmen der Kapitalerhöhung wandelt der Kanton Basel-Stadt ein Darlehen 30 Millionen Franken in Aktien um. Zudem verlängern der Kanton Basel-Landschaft und die Basler Kantonalbank zur Stärkung der Bilanz die Rückzahlungsfristen ihrer Darlehen um fünf Jahre.

Über den Einstieg von Murdoch werden die Aktionäre an einer ausserordentlichen Generalversammlung vom 3. August 2020 entscheiden. Aus Aktionärskreisen sind auch kritische Stimmen zu hören. Als tief wird etwa der Angebotspreis von 10,50 Franken je Aktie bezeichnet. An der Börse hatte die Erwartung auf einen Bieterkampf den Kurs in den vergangenen Tagen beinahe auf 20 Franken getrieben.

An der GV stellen sich James Murdoch und zwei weitere Lupa-Vertreter zur Wahl in den Verwaltungsrat. Am Ende soll sich das neunköpfige Gremium aus drei Lupa Sytems-Vertretern, drei aus der Politik und drei unabhängigen Mitgliedern zusammensetzen. Präsident Vischer will seinen Stuhl an der ordentlichen GV im Frühling 2021 räumen.

2 Kommentare

  1. Ich finde mindestens 15 Jahre Bekenntnis zum Standort Basel für die ART zu wenig, es muss dauerhaft so sein, zu vieles geht für Basel verloren mit der ART, sie gehört zu Basel für immer, man könnte sagen, aufpassen, dass man keine kostbaren Perlen fast verschenkt, schlussendlcih die ART den Baslern weggenommen werden wird. Die Corona-Zeit wird vorübergehen und die Messe Basel wird neue Modelle
    finden für die anderen Messen, vielleicht neue Gespräche, Möglichkeiten für die Uhrenaussteller, die nirgends in der SChweiz ein so schönes Gebäude finden werden und diese Infrastruktur für viele Messebesucher, die Basel bietet. Ich hoffe auf Schweizer Investoren, für die es selbstverständlich ist, dass die ART in BAsel bleiben wird und dass der Verwaltungsrat sie suchen wird und diejenigen, die sich schon angeboten haben genauer fragt.
    Die Stadt Basel sollte sehen, dass die Messe Basel für viele Wirtschaftszweige äusserst wichtig ist und auch nicht knauserig sein, es werden wieder bessere Zeiten kommen, die neuen Messehallen sind da, die ebenfalls von der Stadt mitgetragen worden sind.Report

  2. Was für ein plakativer Headline.

    Basel-Stadt begrüsst James Murdoch.

    Anscheinend bestimmen einige *Greise* was mit dem Geld der Steuerzahler gut ist…..Report

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