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Telebasel Sommerserie «My Summer» vom 7. Juli 2020.
Basel

Auf den Spuren der schönsten Wände Basels

Kunst versteckt sich in Basel an zahlreichen Ecken und Kanten. In der Sommerserie zeigt Ihnen Noemi Bachofner einige Hotspots der urbanen Kunst.

An Strassenecken oder Hausfassaden verschönern farbige Schriftzüge oder aufwendig gestaltete Wandgemälde den öffentlichen Raum. Urbane Kunst ist vielfältig und mit viel Leidenschaft verbunden. Online-Redaktorin Noemi Bachofner nimmt Sie mit auf einen Rundgang durch die Welt der Basler Urban Art.

Szenen-Treffpunkt beim Schänzli

Lange bevor sich der Begriff «Urban Art» etabliert hat, haben erste Sprayer die Mauern entlang den Gleisen des Bahnhofs SBB angemalt. Nach und nach kamen immer mehr Schriftzüge dazu. Die Künstler bewegten sich dabei an den Grenzen der Legalität. Grundsätzlich ist es illegal, sich dort zu verwirklichen. Doch die Basler «Line», wie die meterlange Graffiti-Wand genannt wird, hat in Basel längst Kultstatus.

Offiziell legal ist das Sprayen beim Schänzli. Am Ufer der Birs hat sich dort ein Szene-Treffpunkt etabliert und bildet eine Schnittstelle für Breakdance, DJ, Rap und Graffiti. Die Kunst an den Betonwänden ist schnelllebig und grossflächig. Der Künstler Timo Waldner trifft sich regelmässig mit seinen Freunden beim Schänzli, um zu sprayen.

Für ihn hat das Malen im öffentlichen Raum einen grossen Reiz: «Für mich ist es etwas sehr Echtes. Es ist sehr lebendig und du machst es nur für dich selbst», erzählt er der Redaktorin. Keiner könne einem die Graffiti-Kunst nehmen.

An die Grenzen der Stadt gedrängt

Mitten in der Innenstadt gibt es ein Werk von besonderer Beliebtheit. Das Wandgemälde gegenüber der Rock-Bar L’Unique ist stadtbekannt.

Musiker von Rang und Namen wurden von Marc Bellé alias art4000 auf die Wand gesprayt. Anfangs rund 16 Quadratmeter gross, hat Bellé über Jahre hinweg immer mehr Musiker hinzugefügt. In der Innenstadt sind jedoch relativ wenige grossflächige Werke im öffentlichen Raum zu sehen. Die Flächen, welche die Stadt zur Verfügung stellt, halten sich in Grenzen.

Der Verein Urbane Kunst hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, urbane Kunst aus der Illegalität zu holen. In Kooperation mit Stiftungen und privaten Firmen werden namhafte Künstler eingeladen, um ihre Kunst zu teilen.

Rund um das Bell-Areal beispielsweise sind mehrere Wände mit Werken international bekannter Kunstschaffender verziert. Der brasilianische Street Art-Künstler Cranio hat mit rund 200’000 Followern auf Instagram eine regelrechte Fan-Gemeinde aufgebaut.

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London 2020

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Doch auch lokale Künstler, wie BustArt oder Cron durften ihrer Kreativität auf der Wand freien Lauf lassen. Schade findet Lukas Odermatt vom Verein Urbane Kunst jedoch, dass die Stadt nicht mehr Flächen zur Verfügung stellt. «Dafür, dass Basel sich Kunststadt nennt, hat sie hier ein wenig Nachholbedarf», sagt er im Interview. Denn klar ist: Die Graffiti- und Street Art-Künstler mischen ihren Arbeiten viele Stunden Arbeit und eine grosse Portion Leidenschaft bei.

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