Meint er es ernst oder ist es nur Show? Kanye West will für die US-Präsidentschaft kandidieren. (Bild: Keystone)
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Kanye West will für die US-Präsidentschaft kandidieren

Der Rapper Kanye West will sich für das Amt des US-Präsidenten bewerben. Dies verkündete der Musiker am Samstag via Twitter mit dem Hashtag #2020VISION.

Der amerikanische Rapper Kanye West (43) hat erneut angekündigt, für die US-Präsidentschaft zu kandidieren. «Wir müssen nun das Versprechen Amerikas erkennen, mit Gottvertrauen, einer einigenden Vision und dem Schaffen einer Zukunft», schrieb der Musiker am Samstag auf Twitter. Mit dem Hashtag #2020VISION und inklusive US-Flagge erklärte West, sich um das Amt des Präsidenten zu bewerben.

Der für öffentlichkeitswirksame Ankündigungen bekannte Rapper – Ehemann von TV-Star und Unternehmerin Kim Kardashian (39) – machte keine weiteren öffentlichen Angaben, ob er noch zur Wahl in diesem Herbst ins Rennen ziehen wolle.

Am Wochenende blieb auch unklar, ob Kanye West jenseits des Tweets überhaupt eine ernsthafte Wahlkampf-Struktur unterhält: In der Datenbank der landesweiten Wahlkommission FEC gibt es unter dem Namen Kanye Omari West keinen Hinweis, dass er die nötigen Dokumente eingereicht haben könnte.

Weil mit Donald Trump bei den Republikanern und Joe Biden bei den Demokraten die beiden wichtigen Parteien ihre Kandidaten bestimmt haben, könnte Kanye West höchstens als Unabhängiger ins Rennen gehen.

Die Frist, um überhaupt auf den Stimmzettel zu kommen, ist in vielen Bundesstaaten schon verstrichen. In Texas und New York endete sie bereits im Mai, in weiteren kleineren Staaten im Juni.

Kanye West bräuchte 132’000 Unterschriften in Florida

In Florida müsste Kanye West bis 15. Juli mehr als 132’000 gültige Unterschriften sammeln, um als unabhängiger Kandidat geführt zu werden – ein Unterfangen, für das Kampagnen normalerweise Wochen oder Monate brauchen. Ohne die Wahlleute aus diesen Staaten ist es so gut wie unmöglich, die nötige Mehrheit für das Weisse Haus zu gewinnen.

Gemutmasst wurde darüber, ob die Kandidatur des bisher klar erklärten Trump-Fans Kanye West Anhänger von Joe Biden umstimmen soll und ob es dem Musiker gelingen könnte, vor allem bei Jüngeren und Schwarzen Joe Bidens Position zu schwächen.

Allein Wests Tweet führte schnell zu einer Flut von Reaktionen. «Du hast meine volle Unterstützung!», schrieb der ebenfalls für exzentrische Aussagen bekannte Tesla-Chef Elon Musk in einer Antwort. Demokraten befürchten, Trump und Kanye West könnten gemeinsam einen Plan ausgeheckt haben, um Bidens Kandidatur zu sabotieren.

Seine politischen Ambitionen hat der Ehemann von Reality-Star Kim Kardashian schon häufiger geäussert. 2015 bei den MTV Video Music Awards erklärte er, bei der US-Wahl im Jahr 2020 antreten zu wollen.

Bipolare Störung?

Vor zwei Jahren sagte er dann in einem Radiointerview, möglicherweise im Jahr 2024 für das Präsidentenamt zu kandidieren. Nach eigener Aussage wollte er als gemässigter Kandidat antreten. In mehreren Interviews hatte Kanye West zudem erklärt, eine bipolare Störung zu haben, dies aber später auch häufiger als «Fehldiagnose» widerrufen.

Kanye West war einer der wenigen Promis, die Donald Trump öffentlich unterstützt haben. 2018 traf er Trump im Weissen Haus und trug dabei eine Baseball-Mütze mit dessen Wahlkampf-Slogan «Make America Great Again». Im vorigen Herbst brachte der vierfache Vater und Hobbyprediger das Album «Jesus Is King» heraus, dessen Titel meist religiös grundiert sind.

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