So eine Maske könnte bei Autisten Panik auslösen. (Bild: Keystone)
Schweiz

Von Maskenpflicht befreite Behinderte nicht stigmatisieren

Einige behinderte Personen sind von der Maskenpflicht befreit – aus gutem Grund. Inclusion Handicap ruft dazu auf, diese Menschen nicht zu stigmatisieren.

Inclusion Handicap, der Dachverband der Behindertenorganisationen, ruft öV-Passagiere und Transportunternehmen im Zusammenhang mit der Einführung der Maskenpflicht auf, einer Stigmatisierung vorzubeugen. Ein Teil der Menschen mit Behinderung sei aus guten Gründen von der Tragpflicht befreit.

Gewisse Menschen mit einer Behinderung könnten die Masken nicht selbständig an- und abziehen, teilte Inclusion Handicap am Freitag mit. Dazu gehörten etwa Menschen mit motorischen Einschränkungen auf Grund von Muskelkrankheiten, Menschen mit Atemwegserkrankungen, Autisten, bei denen eine Maske Stress und Panik auslösen könne, oder hörbehinderte Menschen, die die Lippen ihres Gegenübers lesen können müssten.

Behinderungen oft nicht gleich sichtbar

Betroffene haben laut der Mitteilung gute Gründe, keine Maske zu tragen und müssten dies auch nicht tun. Im Zweifelsfalle helfe vorurteilsloses Nachfragen, so der Tipp. Oftmals seien Behinderungen nicht auf den ersten Blick sichtbar. Der Bundesrat hat in der Verordnung festgelegt, dass «Personen, die aus besonderen Gründen, insbesondere medizinischen, keine Gesichtsmasken tragen können», von der Maskenpflicht befreit sind.

Inclusion Handicap betont in der Mitteilung weiter, der Dachverband unterstütze die Massnahmen des Bundesrates und des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), um eine erneute Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

1 Kommentar

  1. Unbedingt sollte eine Stigmatisierung verhindert werden.
    Für mich als Autistin ist die Umwelt mit all dem Lärm und Gerüchen und Bewegung etc eine sensorische Herausforderung.
    Wenn einem auch noch das Maskentragen aufgezwungen wird, ist das der letzte Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt.
    Der Stress wird dann unaushaltbar was zur Eskalation führt.
    Auch orientiere ich mich als Autistin mehr am unteren Gesichtsteil, das in die Augen schauen ist mir zu intensiv wie vielen anderen Autisten auch. .
    Nun wird diese Orientierungsmögkichkeit ausgelöscht, weil sie abgedeckt ist…

    Zudem ist es für mich auch eine gesundheitliche Frage. Worauf ich hier nicht eingehen will.

    Jetzt muss man vom Arzt ein Zertifikat anfordern. Ich finde das extrem stigmatisierend und diskriminierend.
    Das Reisen im Zug wird eine echte Zumutung.
    Mask shaming sollte unbedingt verhindert werden.
    Sonst kann es zu einem Traum a kommen.Report

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