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Die Medienkonferenz des Bundes ab 13:30 Uhr live. (Stream: Youtube/Bundesrat)
Schweiz

SBB und Postauto setzen bei Maskenpflicht auf Eigenverantwortung

Die Fachexperten des Bundes informieren am Freitag an einer Medienkonferenz zu den neusten Entwicklungen der Corona-Situation in der Schweiz.
Ende der Medienkonferenz

Die Medienkonferenz ist zu Ende. Wir danken Ihnen fürs Dabeisein und wünschen Ihnen noch einen schönen Tag!

BAG: «Remdesivir steht in der Schweiz zur Verfügung»

Eine Journalistin will wissen, wie es in der Schweiz um die Verfügbarkeit des nun zugelassenen Medikaments Remdesivir steht, das ja momentan weltweit knapp sei. Patrick Mathys vom BAG sagt: «Wir wissen genau, wieviel Remdesivir es in der Schweiz gibt». Das Medikament sei in der Schweiz verfügbar und könne, wenn nötig, auch ausserhalb von Studien bei Covid-Patienten eingesetzt werden. Allerdings sei das Mittel auch in der Schweiz begrenzt.

Mathys: «Können Quarantäne nur mit Stichproben kontrollieren»

Den Behörden sind die Hände gebunden, was eine flächendeckende Kontrolle der Quarantänepflicht betrifft. «Wir können die Quarantäne nur mit Stichproben kontrollieren» sagte Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Laut dem Leiter der Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG gilt die Quarantänepflicht ab Montag für Personen, die aus derzeit 29 Risikoländern in die Schweiz einreisen. Wenn ein Land während eines Auslandaufenthalts neu auf die Liste kommt, müssen sich die Personen bei der Rückkehr in die Schweiz ebenfalls in Quarantäne begeben.

Mehr dazu können Sie hier lesen.

SBB: Essen im Zug erlaubt und Masken werden keine verteilt

Toni Häne von den SBB erklärt auf die Frage eines Journalisten, dass im Zug «selbstverständlich gegessen werden darf». «Aber wenn man fertig gegessen hat, muss man die Maske wieder aufsetzen.»

Was ist, wenn ein Fahrgast keine Maske dabei hat? In den Zügen würden keine Masken verteilt, so Häne. Auch hier setzten die SBB auf die Eigenverantwortung der Fahrgäste. Im Moment würden genügend Masken im Handel angeboten, sodass man sich solche besorgen könne. Wenn auf dem Perron der Abstand nicht eingehalten werden könne, sei dort ebenfalls das Tragen einer Maske geboten.

Toni Häne von den SBB: «Das ÖV-Personal spielt nicht Polizei»

Toni Häne, Leiter Personenverkehr bei den SBB, sagt an der Medienkonferenz, dass die SBB die Maskenpflicht untersützen. Das Schutzkonzept bestehe aus «einfachen und verständlichen Regeln». Die Maskenpflicht gelte überall im ÖV.

Die Aufgaben des ÖV-Personals ändern sich durch die neu verordnete Maskenpflicht nicht, wie Häne klar stellt: «Das ÖV-Personal spielt nicht Polizei». Es werde keine Bussen aussprechen, sondern es setze auf die Eigenverantwortung der Fahrgäste. Personen, die keine Maske tragen, können an der nächsten Haltestelle aber aus dem Verkehrsmittel verwiesen werden.

Einreise aus Drittstaaten soll ab 20. Juli möglich sein

Cornelia Lüthy, Vizedirektorin Staatssekretariat für Migration SEM, erklärt an der Medienkonferenz die Bedingungen für Grenzübertritte. Für Reisende aus Schengen-Staaten gebe es an den Landesgrenzen keine Einreisebeschränkungen, auch nicht auf dem Luftweg. Steht aber ein Schengen-Staat auf der Liste für Risikoländer, könne eine Quarantäne angeordnet werden. Dies sei beispielsweise bei Schweden der Fall.

Für alle Nicht-Schengen-Staaten gelten laut Lüthy weiterhin Einreisebestimmungen. Der Bundesrat will aber dem Rat der EU folgen und die Einreise aus Drittstaaten ab dem 20. Juli 2020 zulassen. Dann können gemäss Cornelia Lüthy auch Chinesen wieder in die Schweiz einreisen.

Kein Anspruch auf Lohn während Quarantäne-Zeit

Zu den ab Montag geltenden Einreisebeschränkungen sagt Mathys, dass Schweizer «selbstverständlich immer in die Schweiz einreisen können». Wer aus einem Land auf der am Donnerstag veröffentlichten Liste zurück in die Schweiz reist, ist verpflichtet, sich beim zuständigen Amt in seinem Wohnkanton zu melden und sich in eine zehntägige Quarantäne zu begeben, stellt Mathys nochmals klar.

Mathys erklärt weiter, dass Personen, die aus Ländern der besagten Liste einreisen, während der zehntägigen Quarantäne keinen Anspruch auf Lohn oder Erwerbsersatz hat. Wer in ein solches Land reist, ist dafür selbst verantwortlich. Und Mathys appelliert an die Bevölkerung, nicht in die besagten Destinationen zu reisen: «Jeder, der in Risikoländer reist, trägt eine Mitschuld.»

Patrick Mathys: Keine positive Entwicklung auf der Welt

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG, analysiert zu Beginn die Lage auf der Welt. Es sei momentan keine positive Entwicklung zu beobachten, so Mathys. Er spricht dabei die rund 11 Millionen Infektionen rund um den Globus und die ernste Lage in den USA an.

Auch in der Schweiz sei wieder eine starke Zunahme der Infektionen mit dem Coronavirus zu beobachten, so Mathys. Es sei «nicht absehbar, wie schnell die Fallzahlen weiter steigen werden». Laut dem Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im BAG nimmt auch die Zahl der Hospitalisationen wieder leicht zu. Aktuell befinden sich zwölf Personen hierzulande auf Intensivstationen. Das Ziel sei, dass man bezüglich der Fallzahlen wieder das Niveau von Mitte Juni erreiche, so Mathys weiter.

Um auf die steigenden Fallzahlen zu reagieren, habe man nun zwei Massnahmen ergriffen: Erstens eine zehntägige Quarantänepflicht für Einreisende aus Risikoländern. Und zweitens eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Beide gelten ab Montag.

Mehr dazu hier.

Wie werden die ÖV-Unternehmen die Maskenpflicht ab Montag umsetzen? Und was bedeuten die Zahlen zu den neusten Ansteckungen mit dem Coronavirus in der Schweiz? Zu diesen und anderen Fragen werden am Freitagnachmittag verschiedene Fachexperten des Bundes sowie Vertreter des ÖV informieren. Es werden anwesend sein:

  • Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, BAG
  • Cornelia Lüthy, Vizedirektorin Staatssekretariat für Migration SEM
  • Toni Häne, Leiter Personenverkehr SBB
  • Christa Hostettler, Mitglied der Geschäftsleitung Postauto
  • Mike Schüpbach, Stv. Sektionsleiter Rechtsbereich 2, BAG
  • Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit SECO

1 Kommentar

  1. Toni Häne von den SBB erklärt auf die Frage eines Journalisten, dass im Zug «selbstverständlich gegessen werden darf». «Aber wenn man fertig gegessen hat, muss man die Maske wieder aufsetzen.» GENAU SO NÜTZEN MASKEN EBEN WENIG BIS NICHTS. TÄGLICH SIEHT MAN LEUTE, DIE DIE MASKE RUNTERZIEHEN, EINE ZIGARETTE RAUCHEN UND DANN DIE MASKE WIEDER RICHTEN. USW. USF. DAS WAR DER GRUND, WESHALB LANGE ZEIT VOM BAG, INSBESONDERE HERRN KOCH, DER NUTZEN DER MASKE BERECHTIGTERWEISE KLEINGEREDET WURDE. BESTER SCHUTZ: HÄNDE WASCHEN (ODER DESINFIZIEREN), ABSTAND HALTEN. KLAR, IM ÜBERFÜLLTEN ÖV IST ABSTAND HALTEN UNMÖGLICH, DESHALB MASKE. ABER EBEN KORREKT ANGEWENDET! UND DIES WIRD VON WENIGER ALS 50% KORREKT GEHANDHABT.Report

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