Die Synagoge in Basel im März 2020. (Bild: Keystone)
Schweiz

Jeder zweite Jude in der Schweiz wird diskriminiert

Juden in der Schweiz erleben gemäss einer Studie der ZHAW häufig Belästigung und Diskriminierung wegen ihres Glaubens. Vor allem das Internet sei ein Problem.

Rund die Hälfte der Befragten habe angegeben, in den letzten fünf Jahren real oder online antisemitisch belästigt worden zu sein, teilte die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) am Donnerstag mit.

Fast drei Viertel gingen davon aus, dass Antisemitismus ein zunehmendes Problem darstelle. «Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Antisemitismus in der Schweiz existiert und den Alltag der hier lebenden Jüdinnen und Juden prägt», wird der Studienleiter und Leiter des ZHAW-Instituts für Delinquenz und Kriminalprävention, Dirk Baier, zitiert.

Mehr Hass in sozialen Medien

Fast neun von zehn Befragten seien der Meinung, dass Antisemitismus im Internet und insbesondere in den sozialen Medien zugenommen habe. Rund die Hälfte der Befragten seien Zeugen davon geworden, wie Jüdinnen und Juden online bedroht oder beleidigt worden seien.

Physische Gewalt erfuhren sie hingegen selten. Am häufigsten von Übergriffen berichteten streng-orthodoxe Juden. Nahezu alle von ihnen seien in den vergangenen fünf Jahren einer Form von Belästigung ausgesetzt gewesen.

An der Umfrage teilgenommen haben gemäss Mitteilung 487 Personen. Die mehrheitlich online durchgeführte Befragung entstand in Zusammenarbeit mit der GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus.

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