Maddie McCann ist wahrscheinlich tot. (Archivbild: Keystone)
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Der mutmassliche Mörder von Maddie McCann wird vielleicht nie bestraft

Obwohl die Ermittler Beweise gegen den Tatverdächtigen im Fall Maddie haben, könnte er ungeschoren davonkommen. Der entscheidende Beweis fehlt noch.

Vor gut einem Monat meldete sich das deutsche Bundeskriminalamt im Fall der seit 2007 in Portugal verschwundenen Maddie McCann bei der TV-Sendung «Aktenzeichen XY… ungelöst». Überraschend präsentierten die Ermittler einen dringend tatverdächtigen Deutschen, Christian B., der aktuell wegen Drogendelikten im Gefängnis sitzt.

Gestern waren die Ermittler erneut im TV-Studio. Dabei sagte Ermittler Christian Hoppe, dass seither über 800 Hinweise eingingen. Einige davon seien für die Ermittlungen hilfreich gewesen. Auch nach der Sendung von gestern trafen neue Hinweise bei den Ermittlern ein. Darunter: Ein möglicher Ansatz, eine portugiesische Handynummer zu ermitteln, nach der die Justiz mit hohem Druck sucht.

Am 3. Mai 2007 soll der Verdächtige Christian B. zu «tatrelevanter» Zeit in Praia da Luz mit dem Handy telefoniert haben. Die Fahnder suchen nach der Person, mit der B. telefonierte.

Dabei scheint es sich um einen Schlüsselbeweis zu handeln. Denn, wie der deutsche Staatsanwalt Christian Wolters gegenüber der Braunschweiger Zeitung, sagte: «Finden wir den noch fehlenden Beweis nicht, könnten die Ermittlungen gestoppt werden». Die Behörden seien dennoch von der Schuld des Angeklagten überzeugt: «Ich kann den Ausgang unserer Ermittlungen derzeit nicht vorhersagen, aber wir hoffen auf weitere erfolgversprechende Ermittlungsansätze».

Sollten die Fahnder diesen einen Beweis nicht finden, könnte der Tatverdächtige ungeschoren davonkommen. Und das, obwohl zumindest die deutschen Ermittler überzeugt sind, dass Maddie McCann tot ist.

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