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Der Telebasel News Beitrag vom 1. Juli 2020.
Basel

Herbstmesse wegen Ansteckungsgefahr abgesagt

Die Herbstmesse kann dieses Jahr wegen der Corona-Krise nicht durchgeführt werden. Die Regierung erachtet die Ansteckungsgefahr als zu gross.

Die Regierung des Kantons Basel-Stadt bedauerte in einer Mitteilung vom Mittwoch ihren Entscheid. Angesichts von bis zu 100’000 Besuchern pro Tag sei die Durchführung einer Innenstadtmesse in Zeiten von Covid-19 jedoch «nicht verantwortbar».

Die Absage der beliebten Herbstmesse mit jeweils bis zu einer Million Besucherinnen und Besuchern während zweier Wochen hat sich die Regierung offensichtlich nicht leicht gemacht. Bis zuletzt habe die Hoffnung bestanden, dass «d’Mäss» auch dieses Jahr stattfinden könne. Deshalb seien auch alle Möglichkeiten für eine sichere Durchführung in Erwägung gezogen worden, heisst es im Communiqué.

Oskar Herzig: «Todesstoss für die Branche»

Für die Schausteller und Gastronomie-Betriebe bedeutet die abgesagte Herbstmesse ein Desaster. Der Sprecher der Standbetreiber, Oskar Herzig, zeigt sich bestürzt gegenüber Telebasel: «Für uns ist das ganz schlimm. Diese Nachricht wollten wir nicht hören. Das ist der Todesstoss für die Branche».

Der Alt-Grossrat appelliert zudem an den Bund: «Jetzt müssen wir entschädigt werden vom Bund. Wenn nichts passiert, geht unsere Branche kaputt. Und das hätte zur Folge, dass nächstes Jahr auch keine Herbstmesse stattfindet, weil es dann keine Aussteller mehr gibt. Wir müssen deswegen unbedingt eine Lösung finden, damit unsere Branche überlebt».

Tino Krattiger: «Politikversagen in höchstem Mass»

Die Herbstmesse ist neben der ebenfalls abgesagten Fasnacht einer der wichtigsten Grossanlässe in Basel. Ein Grossanlass, der noch nicht abgesagt wurde, ist das ImFluss-Festival.

Der Organisator des Festivals, Tino Krattiger, kritisiert die Herbstmesse-Absage scharf: «Ich frage mich einfach, warum wir alle in so einem strengen Lockdown über fast vier Monate waren, wirtschaftliche und persönliche Interessen der Bundes- und Kantonsbehörde unterordnen mussten, auf so viel verzichten mussten und jetzt die gleichen Behörden (Bund und Kanton) zulassen, dass EasyJet für 20 Franken und weniger die ganze Menschheit in der Welt rumfliegen lässt, dann aber eine Herbstmesse als Virus-Treiber betrachten», sagt er gegenüber Telebasel. Das sei «Politikversagen in höchstem Mass» und schlicht «beschämend».

Nicht erste Absage der Geschichte

Die Basler Herbstmesse blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück: 1449 ging in Basel mit dem 18-jährigen Konzil ein wirtschaftlicher Aufschwung zu Ende. Ein Jahrmarkt sollte abhelfen, und 1471 erhielt die Stadt von Kaiser Friedrich III. die Erlaubnis dazu. Seither gibt es in Basel «d’Mäss». Heuer hätte das 550-Jahr-Jubiläum eingeläutet werden sollen.

Abgesagt wird die Herbstmesse dieses Jahr nach Angaben der Regierung nicht zum ersten Mal. Schon in den Jahren 1721 und 1722 gab es wegen der Pest eine Absage. 1831 konnte die Messe wegen der Cholera-Epidemie nicht stattfinden, und 1918 verhinderte die Spanische Grippe eine Durchführung.

1 Kommentar

  1. Unsinnige Motzerei wegen der Messeannullation. Auch ich habe Vorbehalte wegen Easy Jet, aber „das Floss“ ist für die Bevölkerung gefährlicher.Report

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