Die Frau ist seit zwei Jahren in Haft. (Symboldbild: Keystone)
Schweiz

Psychisch Kranke seit zwei Jahren im Gefängnis weil es keinen Behandlungsplatz gibt

Das Bundesgericht hat die Beschwerde einer psychisch Kranken abgewiesen, die sich seit zwei Jahren in Haft befindet. Sie sei zu gefährlich.

Das Bundesgericht hat die Beschwerde einer psychisch schwer kranken Frau abgewiesen, die sich seit zwei Jahren in Haft befindet. Sie hatte in einer Psychose eine Frau mit einem Messer am Hals verletzt. Das Amtsgericht Olten-Gösgen ordnete eine ambulante Massnahme verbunden mit zahlreichen Weisungen an.

Das Urteil des Amtsgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Weil das nun verfahrensleitende Obergericht Aarau von einer Wiederholungsgefahr ausgeht, ordnete es eine Sicherheitshaft an. Gegen diese reichte die Betroffene Beschwerde ein.

Unterbringung im Gefängnis nicht geeignet

Das Bundesgericht bestätigt in einem am Montag veröffentlichten Urteil, dass trotz der Medikation nach wie vor von einer Wiederholungsgefahr ausgegangen werden müsse. Das vom Amtsgericht angeordnete Setting mit Therapie, Wohngruppe und Betreuung habe trotz der Bemühungen der Behörden noch nicht umgesetzt werden können.

Und auch wenn die Frau phasenweise für Kriseninterventionen in psychiatrischen Kliniken war, weist das Bundesgericht das Amt für Justizvollzug aber darauf hin, dass nun möglichst bald eine Lösung für die Inhaftierte gefunden werden müsse.

Die Unterbringung im Gefängnis sei für eine psychisch kranke Person nicht geeignet. Zudem stehe es der Betroffenen offen, bei einer weiteren Verlängerung der Haft wieder gerichtlich dagegen vorzugehen.

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