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Der Telebasel News-Beitrag vom 29. Juni 2020.
Basel

Party auch in Basel – auf dem Nordstern-Schiff ging die Post ab

Fünf Ansteckungen an einer Party in Zürich und ein illegaler Rave in Bern sorgten für nationale Schlagzeilen. Aber auch in Basel wurde gefeiert.

Zürich: An einer Party im Club «Flamingo» steckte ein mit dem Coronavirus infizierter Mann mutmasslich fünf Menschen an. Der kantonsärztliche Dienst schickte 300 Gäste und Angestellte in Quarantäne. Es ist der erste sogenannte «Superspreader»-Fall der Schweiz.

Bern: An einem illegalen Techno-Rave vor der Reitschule feierten in der Nacht auf Sonntag mehrere hundert Leute. Das hat Reaktionen nach sich gezogen.

Dutzende feierten auf dem Nordstern-Partyschiff

Auch in Basel wurde am Wochenende gefeiert. Auf dem Partyschiff des Nordstern-Clubs tummelten sich am vergangenen Samstag Abend Dutzende von jungen Leuten dicht an dicht in Feierlaune. Und die Abstandsregeln?

«Gelten nicht für Parties», sagt Jean-Marc Lüthy, Geschäftsführer Nordstern Club. Und: «Wir halten die Regeln des Bundes peinlich genau ein. Bei uns müssen sich alle Gäste eintragen. Wir könnten so die Übertragungsketten jederzeit nachvollziehbar machen». Und Jean-Marc Lüthy verwahrt sich gegen den Begriff «Corona-Party».

Schützenhilfe erhält er von Maurus Ebneter, dem Basler Wirteverbandspräsidenten: «Lüthy hat recht. Aber es kann sein, dass im Falle einer Infektion der Kantonsarzt alle auf der Gästeliste befindlichen Personen in die Quarantäne schickt – wie es in Zürich geschah».

Das Schutzkonzept des Wirteverbandes sieht vor, dass man Abstand einhält oder, wenn dies nicht möglich ist, eine Maske trägt. Diese Vorgaben entfallen aber beide, wenn eine Veranstaltung auf Grund der Umsetzung der Massnahmen nicht kostendeckend durchgeführt werden kann. Zwingend ist dann lediglich die Erfassung der Gästedaten. Laut Gesundheitsdepartement ist es in der Verantwortung der Clubbetreiber, dass diese Angaben korrekt sind.

Partynächte ohne Abstand und Masken sind für Marcel Tanner, Professor der Epidemiologie an der Universität Basel, kein sinnvoller Weg. Wenn kein Abstand eingehalten werden könne, oder keine Maskenpflicht gelte, mache eine Öffnung für ihn wenig Sinn. «Die wirtschaftlichen Interessen über die wissenschaftlichen zu stellen ist sinnlos.»

Sinnvolle Regelung?

Auch wenn sich das Nordstern nichts zu schulden kommen lässt: Die Frage bleibt dennoch, ob die Regelung nicht zu mehr Ansteckungen führt. Im Zürcher «Flamingo» etwa wurden die Gästelisten mit Fake-Namen beschriftet. Ein Facebook-Post mit einem Partybild vom Samstag Abend im Basler Hafen löste bissige Kommentare aus:

Offenbar tauchte später die Polizei auf, wie eine Quelle gegenüber Telebasel bestätigte. Auf Anfrage bestätigt auch die Polizei, dass sie am Samstagabend zu einem Einsatz gerufen wurden, wegen Verstössen gegen die Covid-Verordnung.

Verantwortung beim GD und den Clubs

Generell liege die Verantwortung für die Überprüfung der Schutzkonzepte aber beim Gesundheitsdepartement (GD). Die Polizei könne diese zwar aufnehmen und dem GD rapportieren, die Konsequenzen aus dem Fehlverhalten ziehe dann aber das Gesundheitsdepartement.

Das GD bestätigt, dass man Stichproben mache, ob die Konzepte vorhanden sind und auch eingehalten werden. Klar sei aber, dass es in der Verantwortung der Clubs sei, dass die Kontaktangaben der Gäste auch korrekt sind.

«Die Clubs wieder zu öffnen, war kein wissenschaftlicher Entscheid, sondern es ging um die Perspektive für die Bevölkerung», sagt Marcel Tanner. Es werde in der nächsten Zeit immer wieder Ausbrüche geben, und die Verfolgbarkeit der Ansteckung sei da das wichtigste, so Tanner.

Clubs seien, zusammen mit dem Öffentlichen Verkehr, so gesehen prädestiniert, Hotspots für neue Ausbrüche zu werden. Viele Menschen, gedrängt aufeinander; wegen der lauten Musik müssen die Menschen lauter sprechen und verbreiten die Tröpfchen stärker, als beim normalen Sprechen.

8 Kommentare

  1. Was sind das allesamt nur für idiotische Kommentare ??? Mir fällt auf wie ignorant, mangelnde Schulbildung, mangelnde Erziehung und mangelnde Sensibilät bei gewissen Schichten, vorhanden sind !!! Und immer muss die Polizei den Kopf hinhalten, wenn solche asoziale Typen nicht weiterwissen, in ihrer Beschrenktheit !!!Report

  2. Jaja, alle verschiffen…. gleich mit dem Nordstern-Partyboot, gell. „Das Boot ist voll“? Dann mal Leinen los und ab nach Madagaskar. Irgendwie ist man in der Schweiz immer schnell mit den Schiffsmetaphern, obwohl wir noch nicht mal ein Meer in der Nähe haben.Report

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