Laut dem Epidemiologen Marcel Salathé wäre eine ID-Pflicht eine Möglichkeit, «Superspreader»-Events künftig zu verhindern. (Bild: Keystone)
Schweiz

Marcel Salathé denkt über ID-Pflicht im Nachtleben nach

Nach dem «Superspreader»-Event in Zürich werden die Rufe nach einem Party-Verbot lauter. Epidemiologe Marcel Salathé denkt hingegen über eine ID-Pflicht nach.

Nach den Partys in Zürich und Genf mit mehreren Ansteckungen fordern nun diverse Politiker härtere Massnahmen fürs Nachtleben.  Der Zürcher SP-Nationalrat und Arzt Angelo Barrile sagt gegenüber «20 Minuten»: «In Clubs zu gehen, stellt ein grosses Risiko dar, auch wenn es erlaubt ist. Deshalb hat es mich überrascht, dass der Bundesrat die Öffnung der Clubs so früh zugelassen hat.» Barrile meint, wenn es weiter solche Verfehlungen gebe, müsse man auch Club-Schliessungen in Betracht ziehen, was er bedauern würde.

Auch die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr ist nach dem verhängnisvollen Event von den Partygängern enttäuscht und wütend:

«Wir können es uns nicht leisten, die Situation wegen fahrlässigen Verhaltens einiger gleichgültiger Partygänger wieder entgleisen zu lassen», findet auch die Zürcher SVP-Nationalrätin Verena Herzog. Sie fordert an jenen Orten eine Maskenpflicht, wo die Distanzregeln nicht eingehalten werden können – so etwa auch in Clubs. Wenn die Hygieneregeln nicht eingehalten werden können, müssten diese wieder schliessen: Das wäre sehr schade für diejenigen, die ihre Arbeit gut machen und deren Existenz durch eine erneute Schliessung bedroht wäre», so Herzog zu «20 Minuten».

Salathé spricht von «Weckruf»

Der Epidemiologe Marcel Salathé bezeichnet den «Superspreader»-Event in Zürich als Alarmsignal: Es könne ein «Weckruf» für die Clubbetreiber sein, so Salathé gegenüber Radio SRF. Die Besucher hingegen nur rein zu lassen, wenn diese die Contact-Tracing-App des Bundes installiert haben, findet er nicht sinnvoll. Denn da lägen ja keine direkten Kontaktdaten vor.

Eine ID-Pflicht für die Besucher von Clubs hält er aber für eine mögliche Variante, um künftig «Superspreader»-Events einzudämmen.

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