Die Sonne scheint am 24.04.2017 in Herdwangen (D) über einem Feld durch die Solarzelle einer Solaranlage. (Bild: Keystone)
International

Ökostrom-Rekord im ersten Halbjahr in Deutschland

Viel Wind und Sonnenschein in der ersten Jahreshälfte haben die Erzeugung von Ökostrom in Deutschland auf ein Rekordhoch getrieben.

Strom aus erneuerbaren Energien deckte nach Angaben der Experten von Agora Energiewende vom Samstag gut 50 Prozent des Verbrauchs.

Die Kombination aus günstigem Wetter für Windkraft- und Solaranlagen sowie einem niedrigen Stromverbrauch in der Coronavirus-Krise drückte den Ausstoss von Treibhausgasen demnach erheblich – das Klimaschutzziel für 2020 dürfte nach Einschätzung der Denkfabrik erreicht werden.

Von Januar bis Juni wurden nach Berechnungen des Energiekonzerns Eon rund 126 Milliarden Kilowattstunden Grünstrom ins Netz eingespeist. Das sind 7 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Diese Menge an Ökostrom reiche rechnerisch aus, um den Strombedarf sämtlicher Haushalte in Deutschland und den Niederlanden zusammen für das ganze Jahr zu decken.

Milliarden aus Solaranlagen

Mit rund 73 Milliarden Kilowattstunden erzeugten Windkraftanlagen an Land und auf See Eon zufolge die mit Abstand grösste Menge an Ökostrom. Aus Solaranlagen stammten demnach rund 25 Milliarden Kilowattstunden. Der Rest entfiel auf Biomasseanlagen (rund 20 Milliarden Kilowattstunden) und die Wasserkraft (7 Milliarden Kilowattstunden).

Der Ökostrom-Anteil in Deutschland lag Agora Energiewende zufolge in der ersten Jahreshälfte bei 50,3 Prozent. Die Stromproduktion aus Kohle nahm dagegen im ersten Halbjahr um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ab. Insgesamt waren Deutschlands Braunkohle- und Steinkohlekraftwerke zusammen für weniger als 20 Prozent der gesamten Stromerzeugung verantwortlich.

Gründe dafür waren auch der niedrige Gaspreis und der stabile CO2-Preis in der EU, der die Kohlestrom-Produktion verteuert.

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