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Baselland

Ferien in der Corona-Krise – Mountainbike statt Flugzeug

Wie der Kahlschlag bei Hotelplan zeigt, leidet die Reisebranche. Wegen der Corona-Pandemie zieht es momentan mehr Leute in die heimischen Wälder.

Kurz vor dem Bündelitag hat die Reisebranche keinen Grund zum Feiern. Die Migros-Tochter Hotelplan streicht in der Schweiz 170 Stellen. Das entspricht etwa einem Fünftel aller Jobs. Der Kahlschlag ist auch in der Region Basel spürbar. Die Filialen beim M-Parc, in Liestal und Allschwil sowie das Travelhouse im Gundeli und die Globus Reisen Lounge müssen über die Klinge springen.

Mehr Buchungen in der Schweiz

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die Reisebranche bluten lassen. «Bis jetzt mussten wir innerhalb der gesamten Hotelplan-Gruppe Buchungen im Wert von rund 800 Millionen Franken an unsere Kunden rückerstatten», sagt Hotelplan-Sprecherin Bianca Gähweiler auf Anfrage von Telebasel.

Bei den relativ wenigen Buchungen seien momentan Zypern und die griechischen Inseln gefragt. Spürbar sei auch der Trend, in der Schweiz zu bleiben. «Stand heute liegen wir für Buchungen von Schweizern in die Schweiz über Vorjahresniveau», schreibt Gähweiler. «Trotzdem möchten wir nicht euphorisch sein, da der Verlauf der Pandemie nicht absehbar ist ». Am beliebtesten seien die Kantone Tessin, Graubünden und Wallis.

Wilde Feuerstellen bei Wildenstein

Viele zieht es auch an die Ausflugsziele direkt vor der Haustüre. «Im Trend generell sind Outdooraktivitäten – Wandern boomt ungemein und die Nachfrage nach der Bike-Karte ist extrem hoch», sagt Michael Kumli, Geschäftsführer von Baselland Tourismus. Er habe diverse Rückmeldungen von Veloläden bekommen. Immer mehr Leute wollten ihr altes Mountainbike wieder aus dem Keller holen.

Wegen der Coronapandemie zieht es also mehr Menschen in die Baselbieter Natur. Das hat an einzelnen Orten unangenehme Nebenwirkungen. Michael Kumli nennt etwa das Schloss Wildenstein. «Dort musste man gewisse Bereiche schliessen , da einzelne Leute bei den schönen Eichenbäumen Feuerstellen machten». Generell aber hinterliessen die meisten Ausflügler diese Orte in einem guten Zustand.

Ob Giessenfall oder Seilpark in Langenbruck: Michael Kumli geht davon aus, dass Baselbieter Sehenswürdigkeiten mehr Zulauf bekommen. Dabei erhalte er aber nicht nur Rückmeldungen von Ausflüglern aus der Region Basel. «Wir haben unter anderem eine Mail von einem Herrn aus Zürich bekommen, der acht Tage im Baselbiet verbracht hat – er hat sehr geschwärmt».

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