Featured Video Play Icon
Der Telebasel News-Beitrag vom 25. Juni 2020.
Basel

Mit zwei Prozent in die Regierung – EVP stellt Kandidatin Kaufmann vor

Die Riehener Gemeinderätin Christine Kaufmann der EVP will in die Regierung. Sie will eine Alternative zum «Links-Grün» gegen «Bürgerliche»-Schema bieten.

Christine Kaufmann will in den Regierungsrat. Das gab die Riehener Gemeinderätin letztes Wochenende in der «bz Basel» bekannt, nachdem durchgesickert war, dass auch die EVP eine Kandidatur stellen wird. Die EVP-Politikerin wurde am Donnerstag an einer Pressekonferenz als offizielle Kandidatin ins Feld geschickt.

Ihre Motivation für die Kandidatur begründet Christine Kaufmann damit, dass es noch an wirklichen Alternativen in der Mitte fehle. Zudem «habe ich sehr breite Erfahrungen in der Legislative und der Exekutive. Ich übe das Amt als Gemeinderätin sehr gerne aus und natürlich wäre das Amt als Regierungsrätin noch mals einen Herausforderung».

Die Veterinärin Christine Kaufmann bringt politisch und persönlich einen grossen Rucksack mit. Seit 2014 ist sie Gemeinderätin in Riehen. Davor war sie auch schon im Grossen Rat in Basel-Stadt. Die Mutter einer Tochter im Teenager-Alter hat in ihrem Beruf schon diverse Stellen bekleidet und war sowohl in der Forschung wie auch in der Praxis tätig. Sie kennt sowohl die Arbeit als Selbstständige wie aber auch diejenige in der Verwaltung.

Chancenlose Kandidatur?

Doch was denkt man bei den anderen Parteien über die EVP-Kandidatur von Christine Kaufmann?

Die EVP holte bei den Eidgenössischen Wahlen im letzten Herbst zwei Prozent Wähleranteile. Als chancenlos stuft Christoph Haller der FDP dieses Unterfangen ein. Er vermutet andere Überlegungen hinter der Kandidatur. «Ich gehe davon aus, sie macht das für ihre Partei, damit die EVP ein bisschen mehr Publizität hat. Dadurch erhoffet man sich, bei den Grossratswahlen ein bisschen mehr Sitze zu gewinnen.»

Auf diesen Punkt angesprochen sagt Kaufmann offen, dass dies ein positiver Nebeneffekt sei, aber «die Kandidatur ist ernst gemeint». Sie wolle in die Regierung und den Wählern eine grössere Auswahl bieten.

Anders als Christoph Haller schätzt die Parteipräsidentin und Nationalrätin der Grünliberalen, Katja Christ, die Kandidatur ein. Sie begrüsst, dass mit Christine Kaufmann eine weitere Frau antritt. Für eine Wahlempfhelung der Grünliberalen sei es noch zu früh, aber: «Ich sehe die EVP als Partei, die uns in vielen Sachen nahe steht. Persönlich schätze ich Christine Kaufmann sehr, sie macht eine gute Arbeit, seit vielen Jahren. Und darum freu ich mich über die Kandidatur».

Jetzt sind es 11 Kandidierende für 7 Sitze im Regierungsrat. Es wird also ein spannenderer Wahlherbst, als man es vor ein paar Wochen erwartet hätte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel