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Der Telebasel News-Beitrag vom 24. Juni 2020.
Baselland

Regierung legt Strategie gegen Armut vor

Die Baselbieter Regierung will Armut stärker bekämpfen. Knapp neun Prozent der Bevölkerung leben im Kanton in Armut, 15 Prozent sind armutsgefährdet.

Die Strategie gibt Stossrichtungen vor, die die Baselbieter Regierung bei der Weiterentwicklung von bestehenden sowie bei der Entwicklung neuer Massnahmen und Angebote berücksichtigen will. «Die Strategie soll Armut verhindern und wenn es Armut gibt, die Menschen wieder herausholen», sagte Finanz- und Kirchendirektor Anton Lauber (CVP) am Mittwoch in Liestal vor den Medien.

Die Strategie gegen Armut wurde gemeinsam mit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) erarbeitet. Beteiligt waren unter anderem die Caritas beider Basel, die Anlaufstelle für Sans-Papiers Basel, die Winterhilfe Baselland, die Landeskirchen sowie der Verband für Sozialhilfe des Kantons und der Verband der Basellandschaftlichen Gemeinden.

Gesellschaftliche Teilhabe im Fokus

Die Strategie beinhaltet die Handlungsfelder Bildungschancen, Erwerbsintegration, Wohnversorgung, gesellschaftliche Teilhabe und Alltagsbewältigung sowie soziale Existenzsicherung. «Klar, steht die finanzielle Armut in Vordergrund, aber dabei werden die unterschiedlichsten Lebensbereiche in unser Urteil miteinbezogen», so Anton Lauber.

So sollen von Armut Betroffene dennoch mal ins Kino können, um nicht isoliert zu sein. Lauber: «Ich bin überzeugt, dass gesellschaftliche Isolation eine Gefährdung ist». Isolierte Personen würden eher in die Armut gedrängt und hätten mehr Mühe, wieder herauszufinden – und damit die Armut hinter sich zu lassen.

Massnahmen sollen zuerst geprüft werden

Die Baselbieter Regierung hat insgesamt 46 zu prüfende Massnahmen gegen Armut verabschiedet. Diese reichten von der Intensivierung der frühen Förderung von Kindern im Bildungsbereich über verbesserte Arbeitsmarktintegration arbeitsloser Personen und Sicherung der Wohnversorgung bis zur Ausgestaltung situativer Leistungen in der Sozialhilfe, heisst es weiter in der Mitteilung.

In den nächsten zwei Jahren sollen diese Massnahmen einer Detailprüfung unterzogen werden, anschliessend will die Baselbieter Regierung über die Umsetzung der Massnahmen entscheiden. Doch das Coronavirus könnte den Prozess beschleunigen. Anton Lauber sagt: «Wir werden monitoren und einzelne Massnahmen dann vorziehen».

Knapp 9 Prozent der Baselbieter Bevölkerung sind gemäss Mitteilung der Regierung von Armut betroffen – rund 15 Prozent sind armutsgefährdet. Zu den möglichen Kosten könne man nichts sagen. «Die Kosten sollen uns an einer systematischen Prüfung nicht hindern», sagt Regierungsrat Lauber.

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