Nach einer Pause im Jahr 2018 sind die weltweit führenden Pharmakonzerne im vergangenen Jahr wieder gewachsen.
Schweiz

Pharmabranche durch Coronakrise unter Innovationsdruck

Umsatz, Betriebsgewinn und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung der 21 grössten Konzerne sind 2019 zweistellig gewachsen.

Gleichzeitig habe sich die Life-Science-Branche im Zuge der Coronakrise als Innovator in Stellung gebracht. Die 21 weltweit grössten Pharmakonzerne – darunter auch Roche und Novartis – haben 2019 ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) um 14,2 Prozent erhöht. Zum Vergleich: 2018 waren diese Ausgaben um 1,9 Prozent gefallen.

Auch beim Betriebsgewinn EBIT (+11,9%) haben die Unternehmen 2019 wieder einen Zuwachs erzielt. Den Umsatz erhöhten sie um 12,3 Prozent, wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY am Mittwoch bekannt gab.

Wichtig für den Standort Schweiz: Roche hat 2019 gleichzeitig die Spitze beim Gesamtumsatz, Umsatz der Blockbuster-Medikamente, EBIT sowie F&E-Ausgaben übernommen.

Keine Garantie für Corona-Impfstoff

Nach Ansicht von EY-Spezialist Jürg Zürcher stand die Pharmabranche gerade 2019 unter einem hohen Innovationsdruck. Diesem seien die Top-Pharma-Unternehmen in allen Bereichen nachgekommen.

Damit habe sich die Branche quasi schon im Jahr vor Ausbruch der Coronakrise als Innovator in Stellung gebracht. Innerhalb kürzester Zeit habe die gesamte Branche bis Anfang Juni laut EY-Recherche 161 Impfstoff-Kandidaten und 242 therapeutische Wirkstoffkandidaten hervorgebracht sowie über 700 Tests entwickelt oder bereits auf den Markt gebracht.

Trotz der gewaltigen Anstrengungen: «Die Zahlen ändern sich aber fast täglich und es gibt auch keine Garantie für einen sicheren und wirksamen Impf- beziehungsweise Wirkstoff», heisst es in der Studie weiter. Vor allem werde viel Entwicklungsgeld umsonst investiert werden, streicht die Studie heraus: «97 Prozent der derzeit erprobten Impfstoffe werden das Licht der Welt nicht erblicken.»

Keine Neuausrichtung auf Corona

Vor dem Corona-Hintergrund sei zudem damit zu rechnen, «dass die Themen Infektionen und Antibiotika-Resistenzen stärker in den Fokus rücken», erklärte Zürcher weiter. «Allerdings werden die grossen Firmen ihre langfristigen Programme nicht stoppen und ihre Hauptaktivität auch nicht auf Covid-19 verschieben.»

Daher dürfte die Onkologie, die schon seit Jahren ein Schwerpunkt in der Forschung ist, auch weiterhin eines der wichtigsten Forschungsfelder bleiben. Immerhin erzielen die Unternehmen hiermit auch ihre grössten Umsätze, wie aus der Studie hervorgeht.

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