Die Steuern für kurzfristige Immobiliengewinne sind in der Schweiz besonders hoch. (Symbolbild: Keystone)
Baselland

Wer sein Haus nach langer Zeit verkauft, zahlt im Baselbiet die höchsten Steuern

Wer seine Immobilie verkauft, zahlt auf den Gewinn eine Steuer. Im Baselbiet ist diese Steuer für langjährige Immobilienbesitzer mit am höchsten.

Eine Comparis-Studie zeigt die Unterschiede der Grundstück-Gewinnsteuern in den verschiedenen Kantonshauptorten der Schweiz auf. Je nach Haltedauer des Grundstücks und Gemeinde sind die Unterschiede immens: Sie schwanken zwischen 0 und 40 Prozent.

Baselland und St. Gallen sind Spitzenreiter

Bei einer langen Haltedauer zahlen private Immobilienbesitzer im Kanton Baselland (25 Prozent) und im Kanton St. Gallen (26,4 Prozent) am meisten Steuern auf die Gewinne.

Das schreibt Comparis in einer Medienmitteilung am Dienstag. Bei der Berrechnung wurde angenommen, dass die Immobilie inklusive Investitionen und Gebühren 700’000 Franken gekostet hat. Für den erzielten Verkaufspreis wurden eine Million Franken angenommen. Der Nettogewinn von 300’000 Franken entspreche über 25 Jahre einer jährlichen Rendite von gut 1,4 Prozent.

Im Kanton Graubünden fällt gegen ein Fünftel an Steuern an (19,5 Prozent). Ähnlich hoch sind die Steuern im Kanton Appenzell Ausserrhoden (18,8 Prozent), Zürich (18,2 Prozent) und Appenzell Innerrhoden (18,2 Prozent).

In den Kantonen Glarus und im Wallis ist der Steuersatz mit unter 5 Prozent hingegen relativ tief. In Genf fällt nach 20 Jahren gar keine Grundstück-Gewinnsteuer mehr an.

Happige Steuern bei kurzfristigen Immobiliengewinnen

Bei kurzfristigen Immobiliengewinnen durch Privatpersonen sind die Steuern in der Schweiz meist happig, wie es in der Mitteilung heisst. In Frauenfeld werden bei einem Gewinn von 300’000 Franken nach fünf Jahren 40 Prozent vom Kanton abgeschöpft. Damit ist der Kanton Thurgau der Spitzenreiter. Der Kanton Schwyz gehört mit 35 Prozent ebenfalls zu den Hochsteuergebieten.

Im Kanton Zug muss unabhängig von der Besitzdauer einer Immoblie eine Steuer in Höhe von 10 Prozent auf den Verkaufsgewinn gezahlt werden.

Experte kritisiert die Steuersätze

Der Comparis-Gebührenexperte Leo Hug könne den «Kampf gegen Immobilienspekulation mit hohen Gewinnsteuern» im kurzfristigen Bereich nachvollziehen.

Im längerfristigen Bereich hingegen kritisiert der Experte die hohen Grundstück-Gewinnsteuern: «Hohe Grundstücks-Gewinnsteuern bei langjährigen Eigenheimbesitzern haben den Beigeschmack von Diskriminierung», so Leo Hug. Meist stehen die Leute, die sich nach mehreren Jahrzehnten vom Eigenheim trennen, nicht mehr im Erwerbsleben. Daher müssten sie die Zeit als Rentner je nachdem mit dem Geld aus dem Hausverkauf mitfinanzieren.

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