(Symbolbild: Key)
Schweiz

Clubs und Konzerte als Infektionsherde?

Die BAG-Zahlen zu Corona-Infektionen steigen wieder an. Matthias Egger, Chef der nationalen Covid-19-Science-Task-Force, zeigt sich besorgt.

Der Berner Epidemologieprofessor Matthias Egger kritisiert, dass die neuen Lockerungen des Bundesrats zu früh kämen. Der Wegfall der Sperrstunde und die Erlaubnis von Veranstaltungen mit bis zu 1’000 Personen sei seiner Meinung nach noch nicht angebracht und auch das Contact-Tracing und die Isolation von Kontaktpersonen liefen noch nicht hundertprozentig rund.

Kontaktherde müssen beachtet werden

Laut Matthias Egger gibt es einige Orte, die als Kontaktherde gelten könnten. Dazu gehören auch Party- oder Konzert-Locations. «Gibt es in einem Club oder an einem Rockkonzert mit bis zu 1’000 Personen einen Superspreader, kann die Situation wieder entgleisen.», so Egger in einem «20 Minuten»-Artikel.

Die Task-Force denke darüber nach, eine Maskenpflicht zu empfehlen. Bei Konzerten und in Clubs sei dies aber wohl kaum hilfreich. «In Clubs wird getrunken und geknutscht. Viele werden wohl die Maske kaum länger als eine halbe Stunde tragen», heisst es bei Clubbetreibern.

Auch im ÖV würden nur sporadisch Masken getragen, was die Übertragung begünstige. Auch sei in Bus und Bahn das Tracing erschwert, so Matthias Egger gegenüber der Zeitung.

Unternehmen müssen sich an Schutzkonzepte halten

Im Ausland kam es in Fabriken zu Masseninfektionen, diese Gefahr sieht Matthias Egger in der Schweiz nicht. «Die Schlachtbetriebe sind bei uns kleiner, und es gibt wohl weniger Gastarbeiter, die auf engem Raum wohnen.» Trotzdem sei es wichtig, dass sich die Unternehmen weiterhin streng an die Schutzkonzepte halten.

Als Gefahr sieht der Wissenschaftler den Import von Infektionen, da die Grenzen ohne Schutzkonzept geöffnet wurden. Als Lösung sehe er kollektives Fiebermessen für alle Passagiere am Flughafen und je nach Ursprungsland auch Quarantäne-Bestimmungen.

Alain Berset stellt sich der Kritik und erwidert, dass auch vor den ersten Lockerungen Ende April Warnungen laut geworden seien. Trotzdem habe es daraufhin keine Probleme gegeben, so der Gesundheitsminister.

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