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Der Telebasel Report vom 17. Juni 2020.
Baselland

«Uff d‘Alp»-Serie Teil 1 – Schafe gehen hoch hinaus

400 Schafe, ein Hirte, drei Stunden wandern – klingt idyllisch, ist aber ein Kraftakt. Begleiten Sie unsere Baselbieter Schafe auf dem Weg zum Maiensäss.

Autos, Tramgleise, Rotlichtsignale – für Städter ist es gar nicht so einfach, den Bezug zur Natur aufrecht zu erhalten. Dabei gibt es derart viel Spannendes  zu Entdecken. Die sogenannte Sömmerung ist ein eindrückliches Beispiel dafür.

Jeder zweite Bauer sömmert seine Tiere

Schafbauer Anton Pianta aus Sissach ist überzeugt: Tiere, die im Sommer in den Bergen waren, sind glücklicher. Den Unterschied merke er jeden Herbst, wenn seine Tiere von der Alp zu den Zuhause-Gebliebenen in den Stall zurückkehren würden: «Die Wolle ist anders, sie sind ausgelassener, bewegen sich anders». Pianta gehört zu den 48 Prozent der Schweizer Bauern mit Tieren, die ihre Pferde, Kühe und Schafe im Sommer auf die Alp schicken.

Wichtig für die Sömmerung: Jeder Bauer hat seine Markierung, damit der Hirte weiss, wem ein Tier gehört. (Bild: Telebasel)

Talbetrieb – Voralp – Hochalp

Die Sömmerung ist Teil der sogenannten Dreistufenwirtschaft. Während die Tiere im Winter in den Ställen der Talbetriebe sind, ziehen sie anfangs Juni auf die Voralpen. Die in der Schweiz auch Maiensäss genannten Alpgebiete liegen meist um 1500 Meter über Meer. Nach zwei bis drei Wochen sind die Weiden dort abgegrast und die Tiere ziehen weiter auf die Hochalpen. Diese können mitunter bis zu 3000 Meter hoch liegen. Die Baselbieter Schafe von Anton Pianta zum Beispiel ziehen dann Ende Juni an den Fuss des Schilthornes, auf 2500 Meter notabene.

Die Dreistufenwirtschaft: Vom Tal wandern die Tiere im Sommer erst auf die Voralp und zwei, drei Wochen später dann auf die Hochalp. (Grafik: Telebasel)

Riesiges Sömmerungsgebiet

Auch wenn die Vorgänge in den Alpen vielen Städtern nicht bekannt sind: Die Sömmerung ist weiss Gott kein Nischenphänomen. 17‘000 Älpler und Älplerinnen gibt es in der Schweiz. Das ganze Sömmerungsgebiet verteilt sich auf 465‘000 Hektaren. Das entspricht einem Neuntel der Fläche der Schweiz oder achtmal dem Genfersee. Ein ganzes Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der Schweiz ist Sömmerungsgebiet in den Alpen.

Sömmerungsgebiet (grün): 1/9 der Fläche der Schweiz (Grafik: Telebasel)

Alpaufzug mit Hindernissen

Einer dieser Sömmerungsbetriebe liegt nun eben im Berner Kiental. Bauer Pianta, seine 40 Schafe sowie gut 350 weitere Tiere zogen am vergangenen Samstag in einer dreistündigen Wanderung auf die Alp. Für die Besitzer und den Hirten ein Kraftakt: «Links, rechts – du bist ständig am ‹seckeln›», sagt Pianta. Die herrliche Bergluft samt atemberaubenden Panoramen entschädigt jedoch für alle Mühe.

Höchste Zeit also für einen Blick auf die Alp! Der Report begleitet Schafhalter Anton Pianta aus Sissach einen Sommer lang auf die Alp: vom Alpaufzug anfangs Juni über die harte Arbeit auf der Hochalp bis zum feierlichen Alpabzug im September: Der Report lässt die Baselbieter Schafe nicht mehr aus den Augen.

Freuen Sie sich auf eine dreiteilige Reportage. Teil 1 gibt es am Mittwoch, 15. Juni 2020 um 19:45 auf Telebasel und telebasel.ch. Im August folgt dann Teil 2, im September Teil 3.

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