Sexismus-Vorwurf: Der Bezug zur Corona-Krise fehle bei dieser Tragtasche, sagt Migros. (Bild: Instagram, Mickry 3)
Schweiz

Migros Zürich vernichtet 60’000 Tragetaschen mit nackter Frau

Eigentlich sollten die Tragtaschen eine Covid-19-Edition bilden. Der Bezug fehle aber, sagt die Migros. Sie vernichtet 60'000 Taschen.

Die Illustrationen auf den Taschen zeigen eine künstlerisch stilisierte nackte Frau und eine Katze in lustigen Alltagssituationen. Katze und Frau trinken zusammen Kaffee, essen Pizza oder tollen herum. Gestaltet wurden die Taschen der Genossenschaft Migros Zürich vom renommierten Schweizer Künstlerinnentrio «Mickry 3».

Die Migros stoppte die Verteilung der Taschen an die Kunden Ende Mai im letzten Moment. Ein Teil sei bereits an die Filialen ausgeliefert gewesen, eine kleine Anzahl in den Verkauf gelangt, bestätigte die Migros am Dienstag einen Bericht des «Tages-Anzeiger».

Bezug zu Covid-19 nicht klar

Das Ziel der Migros war es, mit den Taschen das allgegenwärtige Thema Covid-19 mit einem Augenzwinkern aufzugreifen. «Leider wurde dieses Ziel mit dem finalen Layout aus unserer Sicht nicht erfüllt», teilte die Migros auf Anfrage mit. Ohne Erklärung und Einordnung könne der Bezug der Sujets zu Covid-19 und den Einschränkungen des Lockdowns nur sehr schwer oder gar nicht hergestellt werden.

Die Zürcher Künstlerinnen schreiben auf ihrer Facebook-Seite und auf Instagram, die Migros hätte die Säcke für sexistisch befunden. Die Migros kommentiert diese Behauptung nicht. Die Taschen hätten als Provokation verstanden werden können, heisst es lediglich. Der Rückzugsentscheid sei rein intern getroffen worden, ohne Druck von aussen.

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Zensurierter Migros-Sack Anfang Corona-Lockdown wurden wir von der Migros angefragt, eine Einkaufstasche zu gestalten, mit der Intention, die Nation aufzuheitern. In wirtschaftlich so unsicheren Zeiten eine nicht ganz einfache Aufgabe für freischaffende Künstlerinnen. Doch wir nahmen den Auftrag nicht zuletzt deshalb freudig an und legten los. 120’000 lustige Säcke wurden gedruckt und in die ersten Filialen verteilt, um gleich wieder zurückgepfiffen und vernichtet zu werden. Begründung: Die Säcke seien sexistisch. Ein paar wenige Säcke konnten gerettet werden und wären nun überglücklich, ein wenig auf die Straße getragen zu werden. Sichere dir jetzt eine limitierte, signierte, zensurierte und sexistische Tasche für nur 50 Fr. inkl.Porto zu dir nach Hause geschickt. Jetzt bestellen unter mickry3@gmx.ch Herzlich, deine Mickry 3 • #migrossack #lockdown #zensuriert #mickry3 #ordernow✨

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Erst vor wenigen Tagen zog die Migros im Raum Zürich «Mohrenköpfe» des Herstellers Dubler aus dem Verkauf, wegen der Anti-Rassismusproteste. Mohrenköpfe und Taschen seien Einzelfälle, schrieb die Migros auf Nachfrage. Eine neue ethische Richtlinie oder eine «neue Sensibilität» bestätigte der Detailriese nicht.

3 Kommentare

  1. Ich finde wirklich dass die sogenannte Künstlerinnen was damit meinten? Nackte Frau mit Katze? Warum nackt? Erniedrigend und abschätzig für normale Frauen gegenüber.Report

  2. Ach wie krank die Schweiz wird!!

    Halbnakte Frauen an Automessen stört niemanden

    Und ein Mohrenkopf bleibt ein Mohrenkopf. Falls es einen Mohr stört, kann er die Schweiz gerne verlassen… bye byeReport

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