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Der Telebasel News-Beitrag vom 16. Juni 2020.
Basel

Frauenstreik: Teilnehmende werfen Polizei sexuelle Belästigung vor

Es sind heftige Vorwürfe: Am Frauenstreik sollen Polizisten die Teilnehmenden sexuell belästigt, beleidigt und gedemütigt haben.

Schwerwiegende Vorwürfe an die Basler Polizei. Wurden Teilnehmende der Frauendemo sexuell belästigt? Ja, sagen Augenzeugen. Doch der Reihe nach: Vergangenen Sonntag fanden an einigen Plätzen diverse Aktionen statt. Neben fünf bewilligten Standorten für ddie Demonstration, haben sich aber auch einige Demonstrierende um 15:24 Uhr zusammen getan und die Mittlere Brücke blockiert. Die Polizei griff ein und bat die Teilnehmenden, weiterzuziehen.

Auf der Johanniterbrücke kam es dann erneut zu einer Blockade, worauf die Polizei eingriff. Die Brücke wurde gesperrt, die Teilnehmenden kontrolliert. Prominentestes Beispiel: Nationalrätin Sibel Arslan. Basler Polizisten führten die grüne Nationalrätin ab.

Auch andere Frauen wurden abgeführt, fotografiert und mussten ihre Personalien hinterlassen. Knapp zwei Tage später melden sich Augenzeugen und Anwesende mit heftigen Anschuldigungen zu Wort. Die Polizei habe Genderqueere abgeführt und an den Brüsten berührt.

Doch damit nicht genug. «Ein Polizist nahm Blickkontakt mit einer Person auf, griff sich dabei in den Schritt und danach an den Schlagstock», sagt Franziska Stier vom OK-Frauenstreik. Ausserdem sollen Polizisten die Pinkel-Ecke gefilmt haben und eine Person sei von sechs Polizisten ungewarnt von hinten gepackt worden. Dabei seien Blutergüsse am Arm entstanden.

Polizeikommandant weiss von nichts

Ursprünglich wollte die Polizei beim vereinbarten Interview-Termin darüber sprechen, warum der Frauenstreik abgebrochen, aber die Black Lives Matter- Bewegung eine Woche davor toleriert wurde. Unbewilligt waren beide Demos. Dieses Thema geriet dann aber ziemlich schnell in Vergessenheit.

Polizeikommandant Martin Roth wirkte schockiert über die Vorwürfe zu Übergriffen. «Ich höre die zum ersten Mal. Wenn sich Angestellte von mir nicht richtig verhalten haben, dann geht das nicht. Wir werden dem Nachgehen, wenn entsprechende Anzeigen eingehen», so Martin Roth. Bisher seien weder Anzeigen, noch Beschwerden eingegangen. Die Polizei werde jedoch, wie immer nach Demonstrationen, das Videomaterial sichten und Konsequenzen ziehen, sollten sich die Vorwürfe bestätigen.

Traumatisierte Demonstranten

Und die Demonstranten? Die seien teilweise stark traumatisiert, sagt Franziska Stier. Bei ihr seien in der Zwischenzeit viele Nachrichten eingegangen, die den polizeilichen Einsatz in ein schlechtes Licht rücken.

Viele Demonstranten fühlten sich bedroht, unsicher und gedemütigt. Viele möchten zukünftig sogar darauf verzichten, an Demonstrationen teilzunehmen. «Die Polizei trat extrem autoritär auf, ging physisch gewaltvoll und mit unnötigem Kraftaufwand vor. Wir wurden zwei Stunden lang eingekesselt. Es war heiss und wir hatten kein Wasser», so Luan. Alessandra, welche ebenfalls vor Ort war, bekräftigt diese Aussage. «Wir sehen uns auf eine Art als Opfer einer Entwicklung, bei der ein paar Demos lang nicht durchgegriffen wurde.»

Bisher gibt es keine Videos und Fotos, die diese heftigen Vorwürfe bestätigen. Aktuell steht somit Aussage gegen Aussage. Wichtig ist, dass man dieser Sache jetzt nachgeht und wenn nötig sofortige Konsequenzen zieht.

0 Kommentare

  1. @Maria Till:
    Ich bin voll und ganz Ihrer Meinung!
    Als Frau und als Bürgerin kann ich mich mit diesen Demonstrantinnen nicht identifizieren!
    Zuerst bewusst illegale Handlungen auf öffentlichem Raum durchführen und sich dann als ‚Opfer‘ hinstellen – einfach nur verwerflich!
    Und die Medien springen auf diesen Zug auf – verstehe ich nicht!
    Passt zu unserer Gesellschaft, wo jede/jeder meint, er könne machen, was er/sie will und dann das grosse Jammern…Report

  2. Diese Vorwürfe der Demonstrantinnen sind einfach nur zum Lachen: wenn ich an einer unbewilligten Demo teilnehme, muss ich mit Konsequenzen rechnen!
    Sich nachher beschweren ist sowas von absurd und auch Frau Arslan hat sich an Gesetze zu halten!!!! Als Politikerin und Nationalrätin hat sie eine Vorbildfunktion und nimmt an einer unbewilligten Demo teil – geht gar nicht!!!

    Die Polizei hat ihren Auftrag erfüllt. Punkt.Report

  3. Wenn Frauen glauben etwas besseres zu sein, dann irren sie sich. Auch Frauen haben keine Sonderrechte. Angefasst, was heust dies. Halten sie mal eine wild demonstrierende Persin fest. Die Blutergüsse die die Polizisten/innen abbekommen, von diesen spricht niemand. Eine gewisse Härte braucht es sonst können wir unsere Polizei gleich weg lassen und der “Abschaum” unserer Gesellschaft hat dann freie Hand. Soll es wirklich soweit kommen???Report

  4. die Basel Polizei sollte einfach bei jeder Demo anwesend sein und bei Ausschreitungen oder bei ungenehmigten Demos diese auflösen und zwar mit Einkesselung, die Personen komplett erfassen und Bussen + Kosten des Einsatz 1:1 auf die Demonstrierende umlegen. Gleiches auch bei Fussballausschreitungen. Und wenn kein Geld eingeht Sozialdienst leisten mit Littering beseitigen oder Strasse von Hand kehren.Report

  5. Die Schweizer Polizei ist nicht ganz ohne, und dass da paar Frauen und noch von der Grünen Partei abgeführt wurden, spricht Bände und ist leider typisch für die Polizei, nicht nur für die Schweizer auch bei der deutschen Polizei ist das so oder ähnlich, und nicht zu vergessen in Frankreich bei der dortigen Polizei, diese haben noch Schlagstöcke bei sich, das ist sehr schlimm, diese können dann gleich noch draufschlagen.Report

  6. Wenn Frauen beim Urinieren beobachtet wurden, dann haben sie das auf der Strasse gemacht. Männer bekommen dafür richtigerweise eine Busse und Frauen hoffentlich auch. Was soll diese Aufregung? Die Demo war illegal.Report

  7. Ist schon tragisch, wenn man eine jämmerliche Figur abgibt und dann die „sexuelle Belästigungskeule“ bringen muss. Schade eigentlich für die Forderungen, die ja nicht per se nicht schlecht sind. Aber liebe Damen, mit dieser
    Kindergarten haben Sie der Bewegung mehr geschadet als etwas gebracht.
    Bin zwar kein Experte.. aber Urinieren auf Allmend ist ebenfalls eine Übertretung, wie die Covid-19 Regeln missachten und eine illegale Demo durchführen. Da sehe ich irgendwie ein, dass die Polizei tätig wird.Report

  8. Genau.. einfach nur noch peinlich.. die Aussagen der Verantwortlichen der Frauendemo..
    ganz aus unter dem Motto.. rette sich wer kann.. wie auch immer.. koste was es wolle.. aus einer Situation die sie
    selbst Verschuldet haben.. und ich sie wie viele auch..leider nicht mehr ernst nehmen kann..!! Typisches Eigentor..!!Report

  9. Habe kein Bedauern mit den Demonstranten, die Demo war unbewilligt und einmal mehr fehlten Abstand und die Masken! Auch Volksvertreterinnen haben sich an die Regeln zu halten!!! Die Polizei hat endlich durchgegriffen – sehr gut!Report

  10. Finde es ja schon erstaunlich,dass jetzt plötzlich solche Vorwürfe kommen.Schade dass die Teilnehmerinnen der Demo jetzt so auf sich aufmerksam machen müssenReport

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