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Der Telebasel Sonntags-Talk vom 14. Juni 2020.
Basel

Klimaschutz, «Mohrenkopf»-Debatte und Frauenstreik

Klimaschutz, «Mohrenkopf», Frauenstreik: Im Sonntags-Talk diskutieren Ronja Jansen (JUSO), Patricia von Falkenstein (LDP) und Gianna Hablützel-Bürki (SVP).

Klimaschutz: Reicht das?

Eine Klimastreik-Aktivistin bezeichnete das vom Nationalrat verabschiedete C02-Gesetz als «absolut katastrophal». Der WWF rechnete vor, dass wir bezüglich Inlandreduktion weit hinter anderen EU-Staaten liegen.

Torpediert wird das Gesetz aber auch von rechts: Die SVP hat ein Referendum angekündigt. Dass wir inskünftig 12 Rappen mehr für das Benzin pro Liter und 30 bis 120 Franken pro Flug (Flugticketabgabe) bezahlen, hält sie unter anderem, für eine nicht hinnehmbare Schröpfung des Mittelstands.

Telebasel fragt: Zu wenig, zu viel, gerade recht?

«Mohrenkopf»-Debatte: Holt uns unser Kolonialismus ein?

Am Mittwoch gab die Migros bekannt, keine Dubler-«Mohrenköpfe» mehr zu verkaufen. Grund dafür sind Kundenbeschwerden, dass der Name der Süssigkeit rassistisch sei. Am Donnerstag zog Migrolino nach. Der Name sei nicht mehr zeitgemäss und das Produkt sei schon länger diskutiert worden.

Volg und Spar schliessen ebenfalls nicht aus, zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Und jetzt könnte es Schlag auf Schlag gehen. Wie die «bz» berichtet, hat Manor am Donnerstagmorgen die Richterich-«Mohrenköpfe» aus dem Regal räumen lassen. «Aufgrund der aktuellen Diskussion haben wir uns entschlossen, die Produkte mit sofortiger Wirkung aus den Regalen zu nehmen, stehen aber in Verhandlungen mit unseren Lieferanten, damit man die Produkte umetikettieren beziehungsweise neutral beschriften kann», kommentiert Manor.

Telebasel fragt: Nur ein politisch korrekter Streit an der Symboloberfläche oder holt uns unser Kolonialismus ein?

Ein Jahr Frauenstreik: Was hat es gebracht?

Am Sonntag jährt sich der grosse Frauenstreik von 2019. Zeit für eine Bilanz: Was hat er gebracht? Die «NZZ» resümierte:

  1. Bei den eidgenössischen Wahlen im letzten Herbst steigt der Frauenanteil im Nationalrat von 32 auf 42 und im Ständerat von 15 auf 26 Prozent.
  2. Fünf Tage nach dem Frauenstreik spricht sich der Ständerat als Zweitrat für Geschlechterrichtwerte für börsenkotierte Unternehmen aus. Künftig soll gelten, dass Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern ihre Verwaltungsräte mit 30 Prozent Frauen und ihre Geschäftsleitungen mit 20 Prozent Frauen besetzen.
  3. Vor einem Jahr sah eine ständerätliche Subkommission wenig Anlass, Sex ohne Zustimmung stärker zu bestrafen. Dies soll sich nun ändern.
  4. FDP-Präsidentin Petra Gössi war nicht streiken. Aber selbst sie stellt seit Frauenstreik und Frauenwahl fest: «Frauen greifen vermehrt auf ein eigenes Netzwerk zurück, welches sich nicht nach einer Parteifarbe richtet.» SP-Nationalrätin Tamara Funiciello bestätigt diese Beobachtung. «Mein Verständnis für Machtpolitik ist gestiegen: Ich stelle mich nun hinter eine Frau, sobald ich 70 Prozent ihrer Ansichten teile.» Ok. Aber die Streikorganisatorinnen sagen: Gerade die Corona-Krise habe systematische Probleme aufgezeigt. «Unterbezahlte Care-Arbeit werde zum 24-Stunden-Job, in der Isolation nehme die Gewalt gegen Frauen zu und Pflegerinnen arbeiteten in 13-Stunden-Schichten.» Während wir Pflegepersonal (mehrheitlich Frauen) knapp bezahlen, erhalten Ärzte (mehrheitlich Männer) Spitzenlöhne.

Telebasel fragt: Was hat der Streik gebracht? Stehen wir kurz vor der Gleichstellung oder eher noch ganz am Anfang des Weges?

Im Sonntags-Talk diskutieren:

  • Ronja Jansen, Präsidentin JUSO Schweiz
  • Patricia von Falkenstein, Präsidentin LDP BS
  • Gianna Hablützel-Bürki, Grossrätin SVP BS

3 Kommentare

  1. Wer eine Assoziazion zwischen Mohrenkopf und Schwarzen macht, ist rassistisch. Diese Verknüpfung ist also der reine Rassismus und nicht der Mohrenkopf. Darum sollten alle die bestraft werden, welche eine Verknüpfung erstellen und die Frage und Verknüpfung bewirtschaften, also ebenso Telebasel. Der Mohrenkopf basiert auf das Wort Mohr und dieses basiert zum heiligen Mauritius, der sogar Symbol gegen Rassismus war. Er weigerte sich Christen umzubringen. „Koloniolwissenschafter“ sollten zuerst einmal ihre Behauptungen belegen. Aber genau diese machen selbst die Verknüpfung.. Wer dieses Thema bewirtschaftet das Thema Rassismus will die Bevölkerung spalten, anstatt zu einen. Die Schweiz hat keinen kolonialen Hintergrund. Die Niederlande, oder England aber schon.
    Komisch ist, der angebliche koloniale Hintergrund ist geschichtlich, bei der Firma Dubler soll das nicht so sein?

    Die Frage ist wer bingt die Agressivität in die Verbindung des Mohrenkopfs?

    Warum macht Frau von Falkenstein einen Unterschied zwischen Richterich und Dubler? Beide produzieren Mohrenköpfe. Mit diesem Argument müsste Richterich ihre Mohrenköpfe ebenfalls in Richterich umbenennen. Herr Dubler produziert keine Dublers, sondern Mohrenköpfe.Report

  2. Telebasel lässt nicht fair diskutieren. Frau Hablütz wird „warum wehren sie sich dagegen, dass man den Verkehr bremst“. Diese Frage hat nichts mit dem Klimas zu tun, sondern sind die Auswirkungen der Zuwanderung. Da müsste man Frau Jansen fragen, warum lässt man zu, dass soviel zuwandern, die soviel Verkehr und CO2 verursachen. Dafür wird Frau Jansen gefragt ob das CO2 Gesetz die Ziele übertreibe. Da sollten doch jedem die gleichen Fragen gestellt werden!
    Frau Jansen lässt dafür ihre Neid und Hasstiraden gegen Gruppen los, die absolut wenig, oder genau so wenig mit dem Kimawandel zu tun haben wie sie selbst. Wenn Frau Jansen ihre Energie in Arbeit investieren würde, dann könnte sie reich werden. Würde sie dann auch gegen sich jammern? Herr Wermuth, der nun ca 150’000 im Jahr scheffelt macht das auch nicht mehr, möchte aber weiterhin das Geld umverteilen und Herr Levrat will für die Aufweichung der flankierenden Massnahmen sogar das Geld ins Ausland geben, anstatt den jetzt tausenden Arbeitslosen und denen, die Zukunftsangst haben (sozial?)
    Wer sagt, Der temperaturanstieg in der Schweiz sei fast doppelt so hoch, wie im Ausland, müsste also die Ursache des Temperaturanstiegs hier in der Schweiz bekämpfen und das sind die vielen Menschen, die CO@ verursachen.Report

  3. Tête-de-nègre, wie der Mohrekopf ursprünglich bei seiner Erfindung in Deutschland vor etwa 100 Jahren genannt wurde, ist seine Bezeichnung auch heute noch z.B. in Brasilien.
    Und kein Mensch in Brasilien macht sich Gedanken ist das nun verwerflich. Ich denke dies ist eine Luxus-Diskussion, welche hoffentlich bald wieder aus den „News“ ……
    Haben wir nicht wirkliche Problem zu lösen?Report

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