Manor räumte am Donnerstag die Regale. (Bild: Richterich AG)
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Manor schmeisst Richterich-«Mohrenköpfe» raus aus den Regalen

Keine Richterich-«Mohrenköpfe» mehr in der Manor. Jetzt trifft die Rassismus-Diskussion auch einen Anbieter aus der Region Basel.

Am Mittwoch gab die Migros bekannt, keine Dubler-«Mohrenköpfe» mehr zu verkaufen. Grund dafür sind Kundenbeschwerden, dass der Name der Süssigkeit rassistisch sei. Am Donnerstag zog Migrolino nach. Der Name sei nicht mehr zeitgemäss und das Produkt sei schon länger diskutiert worden. Volg und Spar schliessen ebenfalls nicht aus, zu einem anderen Anbieter zu wechseln.

Und jetzt könnte es Schlag auf Schlag gehen. Wie die bz berichtet, hat Manor am Donnerstagmorgen die Richterich-«Mohrenköpfe» aus dem Regal räumen lassen. «Aufgrund der aktuellen Diskussion haben wir entschlossen, die Produkte mit sofortiger Wirkung aus den Regalen zu nehmen, stehen aber in Verhandlungen mit unseren Lieferanten, damit man die Produkte umetikettieren beziehungsweise neutral beschriften kann», kommentiert Manor.

«Wir haben die Regalbeschriftung für die Schaumküsse in den Manor-Filialen schon vor Jahren angepasst», führte Manor-Sprecher Richter gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA aus. Der Begriff «Mohr» sei «leider verfänglich und negativ konnotiert». Manor habe diesen Umstand mit den Lieferanten schon letztes Jahr diskutiert und diese erneut ermutigt, eine neutrale Beschriftung zu verwenden.

In der Zwischenzeit und bis auf Weiteres führe Manor die Süssspeise nicht mehr im Sortiment, sagte Richter. «Was wir sehr bedauern, da die Produkte hochwertig und bei den Konsumentinnen und Konsumenten sehr beliebt sind.»

Richterich: Mohr heisst Wildschwein

Der Hersteller Richterich in Laufen BL hielt auf seiner Homepage fest, «Mohrenkopf» dürfe man sagen. Das habe im Laufental und im «Schwarzbuebeland» einen geschichtlichen Hintergrund, der nichts mit dunkelhäutigen Menschen zu tun habe. Schon seit Jahrhunderten hätten die Bewohner der Ortschaften im Laufental «Spitznamen». So nenne man zum Beispiel die Zwingener «Chabischöpf», die Dittinger «Schnägge», die Röschenzer «Mattegumper», die Wahlener «Gschwellti» und die Laufener «Mohre».

Das Wort «Mohren» komme von Moor, was im Altdeutschen «Wildschwein» bedeute. Somit sei es es vor rund 80 Jahren naheliegend gewesen, dass die Ur-Laufener Familie Richterich ihren eigenen «Mohrenkopf» kreiert habe.

Schulterschluss am Solimarsch

Bereits 2017 wurde intensiv über den Begriff «Mohrenkopf» diskutiert. Die Richterich AG aus Laufen sah sich seither in einer Märtyrerrolle, die sie 2018, im Jahr der Diskussionen um die Fasnachtsclique Negro-Rhygass, sogar dazu brachte, am sogenannten Solidaritätsmarsch, an dem auch Rechtsextreme mitmarschierten, Gratis-Schaumküsse zu verteilen.

Eher würde man schliessen, als den Namen des Produkts zu ändern, hiess es damals trotzig aus Laufen. Zum Manor-Rauswurf wollte sich die Firma nicht äussern.

22 Kommentare

  1. Einfach dran Denken der Lookdown ist quasi vorbei. Leider gibt es jetzt wieder “ Menschen“ die keine anderen Probleme haben. Es ist vermutlich sautoll immer nur einfach Motzen.Report

  2. Ich frage mich was das alles soll, bin 52 Jahre alt, und die heissen mohrenkopf solange ich denken kann. Da will sich nur einer wieder wichtig machen und am schluss ist er doch nicht besser als die anderen.
    Hört auf mit dem sch…glaube wir haben sonst schon genug.Report

  3. Der Morekopf soll bleiben. Ich bin Schweizer und seit ich Denken kann heissen die so. Ich werde niemals Schaumküsse sagen, bin nicht von drüben.
    Fa. Richterich könnte ja einen eigenten Laden in der Stadt öffnen und die MORENKÖPFE selbst an die Kunden bringen. Ich wäre die Erste die im Laden stehen würde.
    Morenkopf und auf dem Papier ein Wildschweinköpfchen und die Angelegenheit für die Dummen wäre geritzt. Ich liebe die Richterich MorechöpfReport

  4. diese leckerrei ist bestimmt nicht mit einen NEGATIVEN Gedanken auf den markt gekommen… habt ihr keine anderen Probleme bei Manor ich bin Türke..und freue mich wenn einer sagt.. Türken dönerReport

  5. Kaum ist Corona in der richtigen Richtung, kommen unsere speziellen Freunde aus den Sitzen und machen mit den rassistischen Mohrenköpfe weiter. Das muss ein tolles Hobby sein???Report

  6. Haben wir keine anderen Probleme, als einer feinen Süßigkeit, ur mögen sie gerne haben oder nicht, ihren Namen streitig zu machen? Was ist denn mit Schwarzkopf, Berliner, Meitschibei, Schwöbli, etc. Müssen wir diese nun auch umbenennen? Was haben die Menschen, welche die Verbindung zu Rassismus herstellen, für eine Denkweise? Es käme mir nie in den Sinn, beim Essen eines Berliners an einen Menschen zu denken. Wie schräg ist das denn? Ändert euer Denken. Ich esse keine Menschen, ich esse feine Süßigkeiten wie Berliner, Meitschibei oder Mohrenköpfe. So einfach.Report

  7. Wo stehen wir, ich dachte in der neutralen Schweiz, ab ist sies noch????
    Einer der 3 weisen aus dem Morgenland, war ja auch dunkel. Sollte der sich nun weiss schminken.?
    Die Herren Dubler und Richter sollten bei ihrem Markenzeichen bleiben.Report

  8. Wegen ein paar wenigen Schreihälsen wird alt hergebrachtes über den Haufen geworfen. Immer wieder das gleiche Lied, wer am lautesten schreit auf den hört man und die anderen sollen es hinnehmen. Habe diese Bezeichnung nie als Diskrimierend empfunden und die angeblich betroffenen stört es gar nicht. Ich kann diese so genannten gut Menschen nicht mehr ertragen die meinen es müsse alles nach ihrem Willen geschehen. Die Konzerne meinen sie müssen gut Freund machen für ihre Umsätze, hoffentlich geht der Schuss nach hinten los.Report

  9. Komisch dass auf allen Medienkanäle ca. 80-90% dieses Theater wegen den Mohrenköpfen die Leute daneben finden und Migros bis Manor aus Propagandazwecken (sicher nicht aus Solidaridät) diese Produkte aus dem Sortiment nehmen wollen. Der Schuss kann nach hinten los gehen liebe Verkäuferlibosse, denn kein Problem haben genau diese 80-90% Eurer Kunden. Ich ess auch nur Mohrenköpfe, denn Bäckerküsse ist mir zu dubios.Report

  10. Sowas von bescheuert…ich bin nur noch fassungslos.Klar gibt es Rassismus und dagegen muss man was unternehmen.Aber so?Das kanns ja wohl nicht sein.Grade bei Richterich kommt der Name Mohrenkopf aus dem Schwarzbubenland und hat rein gar nichts mit irgendeiner andersfarbigen Bevölkerung zu tun.Report

  11. Warum machen wir hierzulande nicht mal eine Umfrage von sogenannten „Mohren“, ob Sie die die MOHRENKÖPFE rassistisch finden,die es ja schon Jahrzente lang unter diesem Namen zu kaufen gibt.
    Würde auch mich interessieren!Report

  12. Ich will das alles nicht mehr begreifen. Wer „bestimmt“ eigentlich heute, was noch erlaubt ist!?
    Ich habe mich als kleiner bub jedes jahr auf den mittwoch nachmittag beim „6-tage-rennen“ im alten berliner sportpalast gefreut. Da fuhr der sarotti-mohr seine runden und verteilte schokolade an die kinder. Eine ausschliesslich positive erinnerung an den mohren! Deshalb geniesse ich auch weiterhin die MOHRENköpfe, egal, wie diese auch in zukunft auf betreiben einiger spinner, die offensichtlich keine wirklichen probleme haben, offiziell genannt werden!!!!!Report

  13. Spinnen jetzt alle, oder was.
    Was soll da Rassistisch sein, wenn ich einen Richterich Mohrenkopf esse denke och sicher nicht an einen Schwarzen.
    Ich schüttle nur den Kopf, verstehe die Menscheid nicht mehr, schade alles geht einfach kaputtReport

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