Das sind sie: die umstrittenen Schokoküsse der Firma Dubler. (Bild: Keystone)
Schweiz

Rassismus-Vorwürfe – Migros nimmt «Mohrenköpfe» aus dem Sortiment

Auch in der Schweiz haben die Rassismus-Proteste eine Änderung hervorgerufen: Bei der Migros im Süsswaren-Regal und bei der Luzerner Polizei.

«Mohrenkopf» oder «Schokokuss», die Diskussion beim Namen um das Süssgebäck spaltet seit Jahren die Geister in der Schweiz. Während die einen die ursprüngliche Bezeichnung «Mohrenköpfe» als rassistisch einstufen, finden das andere übertrieben: Der Name sei Tradition und habe nichts mit Rassismus zu tun.

So heissen auch die Kreationen der Firma Dubler nach wie vor «Mohrenköpfe». Im Licht der jüngsten Ereignisse hat Migros nun entschieden, das Produkt aus dem Regal zu nehmen, wie «Watson» schreibt. In zwei Filialen in Zürich wurde das Produkt noch verkauft.

«Unter den aktuellen Entwicklungen verstehen wir, dass dieses Produkt als provozierend empfunden werden kann. Darum haben wir diese Süssware umgehend aus dem Sortiment genommen», wird eine Sprecherin von der News-Plattform zitiert.

Twitter-Video als Auslöser

Auslöser für den Schritt der Migros war ein Video auf Twitter, in dem eine Kundin die Genossenschaft öffentlich aufforderte: «Liebe Migros, ich bitte Sie, dieses Produkt unverzüglich aus Ihrem Sortiment zu nehmen!?»

Der Produktname sei «äusserst rassistisch konnotiert» und nicht politisch korrekt, wie sie schreibt. Den Tweet hat sie mit dem Hashtag «BLM» als Abkürzung für «Black Lives Matter» versehen – der Spruch wird mit den aktuellen Protesten rund um den Tod von George Floyd auf der ganzen Welt bei Protesten verwendet.

Die Migros räumt an, dass bei der Genossenschaft bewusst sei, dass der Entscheid für Diskussionen sorgen werde. Der ursprüngliche Tweet mit den Rassismus-Vorwürfen sorgt für zahlreiche Reaktionen und lässt die Diskussion um den Namen wieder aufflammen. Die Migros selbst entschliesst zu handeln – erstmals denn bereits 2017 gab es eine Online-Petition gegen den Namen der Dubler-Süssigkeit. 1500 Menschen unterschrieben damals, der Name blieb.

Die Migros verteidigte damals das Produkt im Sortiment, dass es so von den Kunden gewünscht sei: «Nach der Eröffnung des Shopvillemärt im Zürcher Hauptbahnhof (vormals Marinello) 2015 wurde das Produkt aufgrund der grossen Nachfrage ehemaliger Marinello-Kunden ins Sortiment aufgenommen.»

Luzerner Polizei ändert Kampagne

Auch die Luzerner Polizei hat mit einer umstrittenen Werbekampagne für Protest gesorgt und darauf reagiert. Auf Social-Media-Kanälen kritisierten Nutzer eine Bild- beziehungsweise eine Filmsequenz aus einem Polizei-Werbevideo, die an die brutale Festnahme des Afroamerikaners George Floyd erinnert.

Die Polizei teilte mit, sie distanziere sich von jeglicher Form von Gewalt und Rassismus. Und sie bedauere, falls sie mit ihrer Rekrutierungskampagne Gefühle von Menschen verletzt haben sollte. Das umstrittene Bild aus der seit Monaten laufenden Kampagne wurde entfernt.

3 Kommentare

  1. Danke für diesen Kommentar. Sie sprechen mir aus dem Herzen. Im Moment schäme ich mich so sehr für die vielen Kommentare. Es zeigt leider das hässliche Gesicht vieler Schweizer.Report

  2. Haben wir keine anderen Peobleme? Mohrenköpfe sind und bleiben etwas süsses gutes, liebe Richterich und hoffe es gibt die noch lange, werde weiterhin Richterich kaufen und essen. Gottseidank bei uns in der Nähe direkt abzuholen, direkt beim Hersteller kaufen und Zwischenhandel ausschalten!Report

  3. Mohrenköpfe hiessen schon immer so; ist seit jeher ein diskriminerender Begriff !!! Seit wir in der Schule mit dem Liedchen ; 10 kleine Negerlein………..und dann warens nur noch 9, pädagogisch irregeführt wurden, besteht diese traurige diskriminierende Aussage in vielen uneinsichtigen Köpfen !!! Was ganz schlimm ist, sind die Stammtisch lauten Gäste, die sich nur halbherzig informieren, sich aber von desgleichen bestätigt fühlen !!! Die Welt wird auf jedenfall, mit soviel Dummheit und Ignoranz, nicht Nobel untergehen !!!Report

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