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Der Telebasel News Beitrag vom 8. Juni 2020.
Basel

Prozessauftakt zu Messerstecherei vor Denner-Filiale

Vor rund einem Jahr kam es zu einer Messerstecherei mit einem Verletzten vor einer Dennerfiliale in Basel. Heute begann der Prozess.

Schwere Stich- und Schnittwunden, und das wegen Chat-Nachrichten an eine verheiratete Frau. Heute mussten sich am Strafgericht Basel-Stadt sechs Männer wegen dieser Tat verantworten. Ihnen allen wurde versuchte vorsätzliche Tötung vorgeworfen.

Das Opfer hatte Glück im Unglück. Die Stich- und Schnittverletzungen am Bauch, Bein und an der Hand waren nicht lebensgefährlich. Die Staatsanwaltschaft ist aber der Meinung, der Täter haben in Kauf genommen, dass das Opfer beim Angriff stirbt.

Belastendes Foto

Nein, es war nicht die Absicht, das Opfer zu verletzen, sagt der Hauptangeklagte. Er hat mit dem Messer zugestochen, was er auch nicht bestreitet. Der Beschuldigte sagt: Sein Ziel war, dass das Opfer aufhört, seine in Malaysia wohnhafte Frau mit Nachrichten zu belästigen. Auf diese Nachrichten angesprochen, hat sich das Opfer geweigert, aufzuhören diese zu verschicken. Das Opfer hat ihn provoziert. Im Affekt hat er versucht ihn mit einem Messer am Bein zu treffen. Die Verletzungen am Bauch sind wohl während dem Handgemenge passiert, das zumindest die Darstellung des Hauptbeschuldigten.

Schwierig mit dieser Darstellung vereinbar ist, dass die Beweisunterlagen des Gerichts ein Foto beinhaltet, das den Haupt- und ein Nebenangeklagter zeigt, die mit der Tatwaffe posieren. Das Bild ist am gleichen Tag, kurz vor der Tat entstanden.

War es Vorsatz?

Für das Gericht wird der zentrale Punkt sein, ob die Angeklagten vorsätzlich oder im Affekt handelten. Wichtig wird auch die Frage sein, wie genau die Mitangeklagten Bescheid wussten, was der Hauptangeklagte vor hat?

Ein anderer wichtiger Punkt: Wie haben sie sich während der Tat verhalten? Haben sie Opfer und Täter versucht zu trennen, wie einige am Prozess ausgesagt haben? Oder trifft eher die Schilderung der Staatsanwaltschaft zu? Dort ist dir Rede von aktiver Mithilfe, von Festhalten des Opfers und blockieren der Sicht auf die Tat.

Der Prozess dauert noch die ganze Woche. Das Urteil wird frühstens am Freitag erwartet. Es gilt für alle Beschuldigte die Unschuldsvermutung.

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