Ein US-Amerikaner war während 75 Tagen in einem buddhistischen Silent Retreat. Den Beginn der Corona-Krise in seinem Land hat er damit verpasst. (Symbolbild: Keystone)
International

Amerikaner meditiert 75 Tage – «Hab ich etwas verpasst?»

Ein Amerikaner verbrachte 75 Tage in kompletter Stille ohne menschlichen Kontakt und Nachrichten. Dabei verpasste er die Pandemie in seinem Land.

Der US-Amerikaner Daniel Thorson verbrachte 75 Tage in einem «Silent Retreat» – einem buddhistischen Meditations-Trip, den er in kompletter Stille in Vermont verbrachte. Ohne menschlichen Kontakt, ohne Internet, ohne Nachrichten. «Während ich weg war, gab  es eine kollektive traumatische Erfahrung, die ich nicht mitbekommen habe», sagt er.

Thorson hat durch seine ganz eigene Form des Social Distancing seit Mitte März nicht nur die Einführung eben dessen in den USA verpasst, sondern die gesamten ersten Wogen der Corona-Krise, wie die Plattformen der «The New York Times Company», schreiben.

Jetzt ist er dabei, alle Neuigkeiten, die er verpasst hat, aufzuarbeiten.

Intensive Aufarbeitung

Als Daniel Thorson am 23 Mai nach zweieinhalb Monaten die Zivilisation wieder betritt, logt er sich erstmals wieder auf Twitter ein. «Hab ich was verpasst?», schreibt er. Als er zum ersten Mal wieder in einen Supermarkt geht, stellt er fest, dass Angst herrscht bei den Menschen und alle Abstand halten.

Es sei sehr intensiv gewesen, alle Neuigkeiten und Geschehnisse aufzunehmen, sagt er. Er konnte oft nicht schlafen. Die vielen Meinungen in den USA, was der Richtige mit der Corona-Pandemie ist, verwirren Thorson zusätzlich. Viele wollten mit ihm reden, wegen der besonderen Umstände, in denen er sich befindet und wissen, wie er das erlebt.

Neben allem, was passiert ist, schockieren ihn auch die Dinge, die in seinen Augen fehlen. «Es geht um nichts anderes mehr», sagt er. (Zur Zeit, als Thorson aus dem Retreat kam, hatten die George-Floyd-Proteste in den USA noch nicht begonnen.) «Was passiert mit den Australischen Bushfeuern? Ist der Brexit nicht passiert?» Und niemand spreche über die Wahlen. «Unglaublich», so Thorson.

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