Basel

«Die rotblauen No-Shows werden entlarvt»

Die kreativen Ideen beim FCB im Bezug auf die Jahreskarten haben eine gute Sache: Endlich sieht man wer zwar eine Karte hat - aber nie im Stadion ist.

Die FCB-Fans die darauf hofften und pochten, dass sie ihr Geld für die Jahreskarte zurückkriegen würden schauen in die Röhre. Und das zurecht. Denn wie bereits erwähnt: In Basel sprechen wir von Jahreskarten – keinen Saisonkarten. Dass die aktuelle Saison ihr Ende ohne Zuschauer finden wird, ist Fakt. Ob es bis Weihnachten so weitergehen wird, ist noch unklar. Die Geld-zurück-Diskussion wird erst im Winter zum Thema.

Euro-Millions statt Geisterspiel?

Die Massnahmen und kreativen Lösungen des FCB sind legitim. Man muss sie aber auch mit einer Prise Humor und Geduld betrachten. Auch die Umstellung im übernächsten Sommer auf Saisonkarten ist überfällig. Die Jahreskarten sind ein Relikt der Joggeli-Neubauzeit von rund 20 Jahren. Nun kann man die aktuelle Krise zum Anlass nehmen, das System zu ändern. Auch wenn das Jahreskarten-System Glück im Unglück zu sein scheint für Rotblau. Denn nach der bitteren Pille von letzter Woche und den rund 20 Millionen Franken Verlust, wäre das medial nochmals das Tüpfelchen auf ominösen «i» gewesen, wenn man seinen treuesten Fans die Jahreskarten hätte zurückerstatten müssen.

Für die sechs verbleibenden Heimspiele in der aktuellen Saison, erhält der Jahreskarten-Inhaber Gratis-Eintritt in drei Heimspiele in der Europacup-Qualifikation. Wann und ob diese Spiele mit Zuschauern stattfinden, ist unklar. Genauso ist unklar, wie viele Fans effektiv bei der Verlosung der wenigen übrigen Plätze an den Geisterspielen im eigenen Stadion zum Handkuss kommen werden. Da kann man bei rund 20’000 Jahreskarten-Inhabern auch gleich Euro-Millions spielen. Da wird man bei anhaltender Corona-Krise noch ein bisschen tiefer in die Trickkiste greifen müssen.

Ich weiss, wo du sitzt

Das der FCB flexibel bleibt und auf die Situation reagieren will und vermutlich muss, ist klar und auch völlig verständlich. Alles hängt davon ab, ob die neue Saison im Herbst mit oder ohne Zuschauer gestartet werden kann. Gleichzeitig hofft man auf die Loyalität und Solidarität der Fans und bietet bereits die Halbjahreskarten für die kommende Rückrunde im Jahr 2021 mit einem Drittel Rabatt an.

Und man schaut sich ein Hauch von der Ostschweiz ab: Wie auch beim FC St. Gallen mit einer Wand voller Namen können sich die FCB-Fans, die diese Variante wählen, ihren Namen auf ihren Sitz verewigen lassen. Oder anders ausgedrückt: Die No-Shows, die eine Jahres- oder bald Saisonkarte kaufen, aber nicht an den Spielen auftauchen, werden nun namentlich entlarvt. Dein Sitz verrät nun, ob du als Abo-Inhaber die Spiele besuchst – oder nur gegen den FCZ oder YB im Stadion bist. Wenn man in den aktuell individuell komplizierten und ungewissen Zeiten finanziell noch gewillt ist, überhaupt ein Abo für Rotblau zu lösen.

6 Kommentare

  1. Wo ist das Problem wenn diese nur bei ein paar Spielen dabei sind? Trotzdem unterstützen sie den FCB ja finanziell wenn Sie eine Jahreskarte haben, ist doch besser als wenn sie dies nicht tun würden. Oder muss noch mehr Verlust her? Ausserdem ist es ja nicht so als hätte es keinen Platz mehr für andere und das Joggeli ist immer ausverkauft. Also finde ich diesen Artikel ziemlich daneben gegriffen.Report

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