Wer jetzt Ferien im Ausland macht, tut dies auf eigene Gefahr. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Reisen ins Ausland erfolgen auf eigene Gefahr

Schweizer, die jetzt ins Ausland reisen, tun dies auf eigene Gefahr. Der Bund plant keine Rückholflüge für Schweizer, die wegen Corona-Massnahmen feststecken.

Das Schweizer Aussendepartement EDA bestätigte am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA eine entsprechende Meldung des «Blick». Wer jetzt eine Reise antrete, müsse sich bewusst sein, dass das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das EDA Stand heute immer noch von nicht dringlichen Reisen ins Ausland abraten würden, mit Ausnahme von Deutschland, Frankreich und Österreich. Die Covid-19-Krise sei in vielen Regionen und Ländern noch nicht überstanden und sogenannte zweite Wellen könnten nicht ausgeschlossen werden, stellte eine EDA-Sprecherin weiter fest.

Die vom EDA organisierte grossangelegte Rückholaktion habe vor dem Hintergrund einer ausserordentlichen Situation stattgefunden. Solche Handlungen entsprechen laut EDA nicht der üblichen Praxis und sind immer nur das letzte Mittel.

Die letzte grosse Rückholaktion des EDA fand 2006 im Zusammenhang mit dem Libanon-Konflikt statt. Damals wurden rund 900 Personen aus dem Kriegsgebiet evakuiert.

Eigenverantwortung gefragt

Sollten Schweizerinnen und Schweizer im Ausland aufgrund einer Covid-19-Krise in Not geraten, sollten sie gemäss EDA im Sinne der Eigenverantwortung zunächst vor Ort verfügbare Anlaufstellen und Hilfsmöglichkeiten (z.B. Polizei, Ambulanz, medizinische Einrichtungen, Geldinstitute) oder ihre Reiseversicherung in Anspruch nehmen.

Der konsularische Schutz, also die Hilfeleistung durch das EDA, komme erst zum Tragen, wenn die Betroffenen alles Zumutbare versucht hätten, um die Notlage selber organisatorisch oder finanziell zu überwinden, heisst es beim EDA.

Die vorfinanzierten Kosten der Rückholaktion des Bundes im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise belaufen sich auf rund 10 Millionen Franken. Die Rechnungen an die rund 7000 Privatpersonen im In- und Ausland, die von den Flügen profitiert haben, werden laut EDA im Juni verschickt. Die Passagiere tragen rund 80 Prozent der Kosten.

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