Die Corona-Krise fordert die Baselbieter Sozialhilfe. (Symbolbild: Keystone)
Baselland

Bis zu 84 Prozent mehr Anfragen bei Baselbieter Sozialhilfen

Viel mehr Anfragen, erschwerte Arbeitsbedingungen und eine schwierigere Situation für Klientinnen und Klienten. Die Corona-Krise fordert die Sozialhilfe.

Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie steigt der Druck auf die Sozialhilfe in den Gemeinden. Dies teilt der Kanton Basel-Landschaft am Sonnerstag mit. Das Kantonale Sozialamt hat in diesem Zusammenhang eine Umfrage bei den Gemeinden durchgeführt.

Der erhöhte Druck zeige sich besonders in drei Bereichen: mehr Anfragen, Verschlechterung der Situation der Klientinnen und Klienten und erschwerte Arbeitsbedingungen für Sozialhilfebehörden und Sozialdienste. Verlässliche Prognosen seien schwierig. Es zeichne sich jedoch eine Verschärfung der Situation in den nächsten Monaten ab.

Mehr Personen wenden sich an die Gemeinden

63 Prozent der mittelgrossen Gemeinden gaben bei der Umfrage an, seit Beginn der Massnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus eine Zunahme an Anfragen bei der Sozialhilfe festzustellen. Bei den grossen Gemeinden waren dies 84 Prozent. Von den kleineren Gemeinden stellten lediglich 20 Prozent eine Zunahme an Anfragen fest. Im Schnitt lag die Zahl der Anfragen bei den Gemeinden, die einen Anstieg bemerkten, um das eineinhalb- bis zweifache höher als sonst.

Arbeitsbelastung nimmt zu

Die steigende Arbeitsbelastung betrifft besonders die mittleren Gemeinden. Neben den zunehmenden Anfragen erschweren die Schutzmassnahmen die Arbeit der Gemeinden.

Über die Hälfte der grossen Gemeinden und zwei Drittel der mittleren Gemeinden stellen eine erhöhte Belastung der Sozialhilfe fest. Bei den kleinen Gemeinden sind Veränderungen nur vereinzelt spürbar, so das Fazit.

Nicht nur wirtschaftliche Einbussen sind die Folge der Corona-Krise bei den Betroffenen. Insbesondere belastet die aktuelle Situation auch die psychische Gesundheit der Sozialhilfebeziehenden.

Noch kein Anstieg

Nicht jede Person, die sich an die Sozialhilfe wendet, benötigt finanzielle Unterstützung. Mehr als die Hälfte der zusätzlichen Anfragen betraf ausschliesslich Beratungen. Ein übermässiger Anstieg an effektiven Sozialhilfefällen lässt sich im Moment noch nicht feststellen. Es gibt jedoch verschiedene Anzeichen für einen Anstieg in den nächsten Monaten. So rechnen die meisten Gemeinden mit einer Zunahme über die nächsten ein bis zwei Jahre. Dies deckt sich mit den Einschätzungen der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS), die schweizweit von einem Anstieg von rund 28 Prozent bis ins Jahr 2022 ausgeht. Orientiert man sich an diesem Szenario, ist für das Jahr 2020 von einem Anstieg von 10 bis 15 Prozent bei den Sozialhilfefällen im Kanton Basel-Landschaft auszugehen.

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