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Der Telebasel News Beitrag vom 4. Juni 2020.
Basel

Basler Zolli öffnet mit Schutzmassnahmen – und viel Nachwuchs

Am Samstag geht der Basler Zolli nach der Corona-Pause wieder auf. Dies mit Schutzmassnahmen und vielen Jungtieren.

82 Tage musste der Zoo Basel wegen der Coronavirus-Pandemie seine Tore geschlossen halten. Dadurch sind ihm rund 5,5 Millionen Franken an Eintrittseinnahmen entgangen, wie Zoodirektor Olivier Pagan am Donnerstag an einem Medienrundgang ausführte. Dank Spenden und Kurzarbeitsentschädigungen habe das finanzielle Minus aber auf einen Betrag von gegen 3,5 Millionen Franken verringert werden können.

Umso mehr freuen sich die Zolli-Verantwortlichen darauf, die Tore am Samstag wieder öffnen zu können. Mit einem Limit von 4000 Besucherinnen und Besuchern (kleine Kinder werden nicht mitgezählt), die sich gleichzeitig auf der Anlage aufhalten dürfen, werden die Einschränkungen zahlenmässig nicht gross ins Gewicht fallen. Im Normalbetrieb empfange der Zolli an Spitzentagen bis zu 6000 Gäste – dies allerdings auf den ganzen Tag verteilt.

Seinen Stammgästen räumt der Zolli ein, die Gültigkeitsdauer ihrer Abonnements um die 82 Schliesstage zu verlängern. Pagan hofft aber, dass der eine Abonnent oder die andere Abonnentin die Institution durch einen Verzicht auf diese Verlängerung indirekt unterstützen werden.

Kleine Häuser bleiben geschlossen

Bei den Eingängen und auf dem Areal wird der Zolli darauf achten, dass die Abstandregeln eingehalten werden. Kleinere Tierhäuser wie etwa jenes der Panzernashörner bleiben geschlossen, grössere Indoor-Anlagen wie das Affenhaus oder das Vivarium können im Tröpfchensystem und Einbahnverkehr besucht werden. Auf der Anlage werden freiwillige Helfer aus dem Zoo-Freundeverein darauf achten, dass auch draussen die gebotenen Abstände eingehalten werden.

Nachwuchs und Todesfälle

Als erfreuliche Tatsache vermerkte Pagan, dass sich der Tierbestand während den Schliesstagen kräftig weiterentwickelt habe. Nachwuchs habe es unter anderem bei den Seepferdchen, Klammetraffen und bei gleich zwei Krokodil-Arten gegeben.

Auf der anderen Seite musste der Zolli aber auch Todesfälle zur Kenntnis nehmen. Ein wildlebender Mäusebussard habe im menschenleeren Zoo eine Mandarin-Ente erbeutet. Und eine Giraffe sei in Folge eines Unfalls nach einer Klauenbehandlung verstorben.

Der Zolli hat das Fell und Teile des Skeletts der Giraffe dem Naturhistorische Museum Basel vermacht. Dieses erhält nun die Gelegenheit, das legendäre, aber arg angeschlagene alte Giraffen-Präparat zu ersetzen.

Besonders stolz auf die Mitarbeiter

Während der 82 Tage, während denen keine Besucher in den Zoo kamen, waren die meisten Aufgaben der Mitarbeiter nach wie vor präsent. Einzig Mitarbeiter von Restaurants und Shop hatten nichts zu tun. Für diese beantragte der Zolli Kurzarbeit.

«Die Mitarbeiter von uns haben tolle Arbeit geleistet», Zoodirektor Olivier Pagan ist stolz auf sein Team. «Untereinander mussten sie auch Abstand halten. Alle Massnahmen haben sie gewissenhaft eingehalten», Pagan ist überzeugt: Das sei der Grund, weshalb es im Zoo keinen Corona-Fall gab.

Wäre es doch soweit gekommen, hätte der Zoo ein Massnahmensystem ausgearbeitet. So, dass keine Mitarbeiter gefährdet wären und in verschiedenen Schichten der Unterhalt der Tiere weiterhin gegeben sei. Das war nicht nötig: «Ich bin überaus froh Überbringer der Nachricht zu sein, dass es keinen bestätigten Fall bei den Mitarbeitern gab», so Pagan am Donnerstag.

Der Basler Zolli macht sich bereit für die Öffnung am kommenden Samstag. (Video: Keystone-SDA)

Tiere an Besucher gewöhnen

Der Zoodirektor gab sich überzeugt, dass sich die Zootiere rasch wieder an die Besucherströme gewöhnen werden. Die Menschenaffen dürften sich sogar auf die menschlichen Besucherinnen und Besucher freuen. Sie hatten es vermisst, die Menschen, die zu Besuch kommen, zu beobachten.

Letzteres zeigte sich am Medienrundgang allerdings noch nicht so sehr: Eine Orang-Utan-Muttertier mit Jungtier – sie waren die einzigen Menschenaffen im Aussengehege – verzog sich sogleich hinter einen Betonpfosten, als einige der Medienleute am Gehege vorbei wieder zum Ausgang schritten. Andere Tiere wie etwa Flamingos und Pelikane zeigten sich gänzlich unbeeindruckt, während Erdmännchen den vorbeiziehenden Medientross aufmerksam aber nicht ängstlich beobachteten.

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