Der brutale Tod Floyds hat im ganzen Land zu anhaltenden Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus geführt. (Bild: Keystone)
International

US-Justiz verschärft Anklage gegen Ex-Polizisten

Die Justiz in Minnesota hat die Anklage gegen den mutmasslich für den Tod des Afroamerikaners George Floyd verantwortlichen Ex-Polizisten verschärft.

Damit könnte ihm im Fall einer Verurteilung eine deutlich längere Haftstrafe drohen, wie am Mittwoch aus einem aktualisierten Haftbefehl hervorging.

Zudem wurden nun auch die übrigen drei an der Festnahme beteiligten damaligen Beamten angeklagt. Die vier Polizisten waren nach Bekanntwerden des Vorfalls umgehend entlassen worden.

Wegen Mordes zweiten Grades angeklagt

Bei dem Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis hatte einer der Beamten, Derek C., sein Knie fast neun Minuten lang in Floyds Nacken gedrückt – trotz aller Bitten des 46-Jährigen, ihn atmen zu lassen. Der Ex-Polizist muss sich nun wegen Mordes zweiten Grades vor Gericht verantworten, wie aus dem Haftbefehl hervorgeht. Darauf stehen in Minnesota bis zu 40 Jahre Haft.

Zudem wird ihm auch Mord dritten Grades vorgeworfen, worauf bis zu 25 Jahre Haft stehen. Ausserdem wirft ihm die Justiz noch Totschlag vor, wofür ihm zehn Jahre Haft drohen könnten. Zuvor war ihm nur Mord dritten Grades und Totschlag vorgeworfen worden.

Unklarer Status der Ex-Polizisten

Den drei früheren Polizisten, die an der Festnahme Floyds am Montag vergangener Woche ebenfalls beteiligt gewesen waren, wird nun Mittäterschaft in einem Mordfall zweiten Grades vorgeworfen. Es war zunächst nicht klar, welches Strafmass ihnen drohen könnte. Auch blieb zunächst unklar, ob die drei Verdächtigen festgenommen wurden. Der Justizminister des Bundesstaats, Keith Ellison, wollte sich noch am Mittwoch (Ortszeit) vor Journalisten zu den neuen Anklagen äussern.

Der Anwalt von Floyds Familie, Benjamin Crump, begrüsste die Ankündigung der Justiz. Die Familie sei dankbar, dass nun alle vier Ex-Polizisten angeklagt seien, erklärte er auf Twitter. Die Angehörigen hatten dies seit Tagen gefordert.

Floyd war festgenommen worden, weil er verdächtigt wurde, mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben. Der brutale Tod Floyds hat im ganzen Land zu anhaltenden Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus geführt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*