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Der Telebasel News Beitrag vom 31. Mai 2020.
Basel

Mit der Krise wachsen die Verschwörungstheorien

Die Corona-Krise fegt über die Welt. Viele fragen: Wer ist Schuld? Verschwörungstheorien boomen derzeit.

Der Gründer von Microsoft, Bill Gates, ist einer der grossen Hassfiguren der Verschwörungstheoretiker. «Er will uns alle impfen, dabei gleich noch einen winzigen Chip implantieren und so die Welt beherrschen», so eine der gängigen Verschwörungstheorien. Diese florieren in der Corona-Pandemie.

«Ja, wir erleben in Corona-Zeiten einen Boom von Verschwörungstheorien. Und wir erleben vor allem auch, dass die Verschwörungstheorien sichtbar und hörbar werden», so Historiker Erik Petry, der sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt hat. Dabei zeigen sich auch bedenkliche Seiten: «Corona bringt mit den Verschwörungstheorien auch eine stark antisemitische Form mit nach vorne.»

Sündenbock für Unfassbares

Auf den ersten Blick scheinen die Zusammenhänge absurd, doch für den Historiker sind sie ziemlich logisch: «Offensichtlich scheinen die Leute immer nach Erklärungen, Sündenböcken suchen zu müssen.» Zu diesen Sündenböcken zählen dann Bill Gates oder Juden.

Die Gedankensprünge der Verschwörungstheoretiker dabei :«Die Juden haben sich verschworen, beherrschen die Welt, es ist eine Weltverschwörung, deshalb haben sie Corona jetzt auch ausgelöst. Bill Gates ist eine Figur, auf die man sich fokussieren kann und die WHO.» Das, was die Menschen nicht fassen können, nicht genau können sei ihnen suspekt. Deshalb die Suche nach dem Sünden bock. «Und schon hat man jemanden, den man beschuldigen kann: Die Person muss daran Schuld sein», so Petry.

Für den Historiker ist ganz klar: Gegen die Form von verstecktem Antisemitismus muss etwas unternommen werden: «Es geht dann auch nicht darum, freie Meinungsäusserung und Sorgen zu unterdrücken. Da müssen wir aufklären und da dürfen wir auch nicht nachlassen.»

Sehen Sie hier das ganze Interview mit Historiker Erik Petry:

(Video: Telebasel)

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