Die F-35 ist ein möglicher Kandidat für das neue Flugzeug in der Schweiz. (Bild: Keystone)
Schweiz

Bund rechnet bei neuen Kampfjets mit Gesamtkosten von 18 Milliarden

Sechs Milliarden für die Bescheffung, zwölf Milliarden für die Nutzungszeit. Die neuen Kampfjets kosten die Schweiz rund 18 Milliarden Franken.

Das Schweizer Verteidigungsdepartement rechnet bei neuen Kampfflugzeugen mit Gesamtausgaben von 18 Milliarden Franken. Zu den geplanten Beschaffungskosten von sechs Milliarden kommen damit über die gesamte Nutzungszeit der Jets rund zwölf Milliarden für den Betrieb hinzu.

Das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) gab die Schätzung der «SonntagsZeitung» bekannt. Amtssprecher Kaj-Gunnar Sievert sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die Annahmen würden auf Erfahrungsdaten aus dem über zwanzigjährigen Betrieb der derzeit operierenden F/A-18-Kampfflugzeugflotte basieren.

«Als Faustregel dürften die über 30 Jahre aufgerechneten Betriebskosten zirka doppelt so hoch ausfallen wie die Beschaffungsausgaben», sagte der Armasuisse-Sprecher. Präzise Berechnungen seien momentan noch nicht möglich. Noch seien weder der Typ noch die Anzahl der neuen Flugzeuge bestimmt. Der Bundesrat fällt den Typenentscheid voraussichtlich Anfang 2021.

Der Bekanntgabe der Schätzung des Bundes waren Diskussionen in der Politik um die Lebenszykluskosten der Jets vorangegangen. Dabei wurden teils viel höhere Beträge als die 18 Milliarden Franken genannt. Gegner des Kaufs neuer Kampfflugzeuge bezifferten die Ausgaben bisweilen auf gegen 24 Milliarden Franken. Sie beriefen sich teils auf Berechnungen von Behörden in Deutschland und Kanada.

Volk stimmt Ende September ab

Bundesrat und Parlament wollen ab 2025 für sechs Milliarden Franken neue Kampfjets beschaffen. Diese sollen die bestehende Flotte aus F/A-18- und Tiger-Jets ablösen. Weil die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), die SP und die Grünen das Referendum ergriffen haben, stimmt das Volk am 27. September 2020 über die Vorlage ab.

Nicht abgestimmt wird über den Flugzeugtyp und die Anzahl der Jets von 36 oder 40 Fliegern. Derzeit ist die zweite Offertrunde im Gang. Vier Hersteller hatten sich im vergangenen Frühsommer mit ihren Maschinen der Erprobung im Schweizer Luftraum gestellt.

Im Rennen sind das Tarnkappenflugzeug F-35 von Lockheed Martin, der F/A-18 Super Hornet von Boeing, der Rafale des französischen Herstellers Dassault und das Airbus-Flugzeug Eurofighter aus Deutschland.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel