Viele Polizisten brechen ihr Schweigen: Angesichts des tragischen Todes von George Floyd verurteilen viele Beamte den Einsatz in Minneapolis öffentlich. (Symbolbild: Keystone)
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US-Polizisten brechen stilles Gesetz und verurteilen Kollegen

Der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz bringt ein ungeschriebenes Gesetz zu Fall: Viele US-Polizisten verurteilen ihre Kollegen.

Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd und den darauffolgenden Protesten haben nun mehrere Polizisten in den USA das Verhalten ihrer Kollegen in Minneapolis verurteilt. Damit brechen sie ein ungeschriebenes Gesetz in den USA, wonach Polizisten ihre Amtskollegen nicht anschwärzen, wie «20 Minuten» berichtet. Dieses stille Gesetz wird auch als «blaue Wand des Schweigens» betitelt.

So haben Polizeichefs in den US-Bundesstaaten Texas, North Carolina, Tennessee, Florida und Kalifornien den Einsatz in Minneapolis, bei dem Floyd starb, verurteilt. Der Einsatz wurde von ihnen als «verstörend», «unethisch» und schlichtweg «falsch» bezeichnet.

Ein Polizist äusserte sich auf Tiktok mit einer Videobotschaft zu Wort, in der er das Video, das den tödlichen Polizeieinsatz zeigt, als «etwas vom Schlimmsten, das ich je gesehen habe» betitelte.

@bakerfivetwoMy thoughts on Mr. Floyd. ##offduty ##igy6 ##thinblueline ##bluefamily ##metalmulisha ##bakerfivetwo♬ original sound – bakerfivetwo

Auch der Polizeichef von Chattanooga in Tennessee, David Roddy, tat auf Twitter seine Meinung kund. Er fordert alle Polizisten, die dieses Verhalten nicht verurteilen auf, «die Polizei auf der Stelle zu verlassen».

Der Berufsverband der US-Polizisten «National Fraternal Order of Police» veröffentlichte ein Statement, in dem er schreibt: «Die Tat erschüttert und schockiert unsere Nation. Polizisten müssen zu jeder Zeit Hilfe leisten, wenn es jemand braucht – auch wenn es sich dabei um einen Verdächtigen handelt, der gerade eben festgenommen wurde.»

Laut «20 Minuten» wurden gegen Derek Chauvin, der sein Knie auf George Floyd gedrückt hatte, bislang 18 Beschwerden eingereicht. Gegen seinen Kollegen Tou Thao, der beim Einsatz neben Chauvin gestanden und nichts unternommen hatte, lägen sechs Beschwerden vor.

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