Die Oberste Medzin-Prüferin, Viviane Hess vom Universitätsspital Basel, tritt wegen eines Entscheids des Bundesrats zurück. (Bild: Keystone)
Basel

Basler Medizin-Prüferin tritt wegen Streit mit Bundesrat zurück

Die oberste Medizin-Prüferin ist mit einem Entscheid des Bundesrats zur diesjährigen Abschlussprüfung nicht einverstanden. Viviane Hess tritt deswegen zurück.

Die Präsidentin der Eidgenössischen Prüfungskommission Humanmedizin hat aus Protest gegen einen Entscheid des Bundesrats zur diesjährigen Medizin-Abschlussprüfung ihren Rücktritt eingereicht. Die Basler Onkologin Viviane Hess war erst seit Anfang Jahr im Amt.

Hess bestätige auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Samstag Informationen der «Neuen Zürcher Zeitung». Sie trete zurück, sobald die Umsetzung für die diesjährige Prüfung in die Wege geleitet sei, teilte die leitende Ärztin und Krebsforscherin des Universitätsspitals Basel mit.

Bundesrat stellte sich gegen Prüfungskommission

Hess zieht laut eigenen Angaben die Konsequenzen aus dem Beschluss des Bundesrats vom Mittwoch. Dieser entschied, dass die 1241 Absolventen des medizinischen Staatsexamens heuer anstelle der üblichen praktischen Prüfung einen praktischen Nachweis ihrer klinischen Fähigkeiten als Assistenzarzt oder in einem Praktikum während sechs Wochen erbringen müssen.

Das definitive Diplom verzögert sich dadurch womöglich um mehrere Wochen bis hin zu einem Jahr. Gemäss dem Bund sind die Absolventen in ihrem beruflichen Fortkommen aber nicht eingeschränkt.

Mit dem Entscheid stellte sich der Bundesrat gegen die Prüfungskommission. Sie hatte vorgeschlagen, die klinische Prüfung vollständig ausfallen zu lassen, oder Ersatzprüfungen in reduzierter Form respektive Beurteilungen der Fähigkeiten aufgrund von früheren Einschätzungen durchzuführen.

Kommission und Hess fühlen sich «völlig ignoriert»

Die Kommission habe sich die Zeit genommen, um rasch eine Lösung zu finden, und sei dann «völlig ignoriert» worden, erklärte die abtretende Kommissionspräsidentin Hess. Sie frage sich, wofür es überhaupt eine Eidgenössische Prüfungskommission brauche, wenn der Bund nicht auf sie höre.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) prüft dem Medienbericht zufolge derzeit, ob der sechswöchige praktische Nachweis auch bereits im Sommer, vor der schriftlichen Prüfung, absolviert werden könnte.

1 Kommentar

  1. wofür es überhaupt eine Eidgenössische Prüfungskommission braucht wenn das Bundesamt alles entscheidet ist diskriminierend und unprofessionellReport

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