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Der Telebasel News Beitrag vom 28. Mai 2020.
Basel

Bar- und Clubbetreiber haben kein Verständnis für Corona-Sperrstunde

Der Bundesrat hat beschlossen, dass Nachtclubs und Diskotheken ab dem 6. Juni wieder öffnen dürfen. Doch in der Szene hält sich die Freude in Grenzen.

Bis maximal 300 Leute dürfen ab übernächstem Samstag wieder auf engstem Raum zusammen feiern. Dies jedoch nur unter Auflagen. Bereits um Mitternacht ist Schluss. Eine weitere Auflage ist die Erfassung von Namen und Telefonnummern der Besucher. Ausserdem muss pro Besucher ein Platz von vier Quadratmetern garantiert werden.

Wie eine Umfrage von Telebasel zeigt, sind die Clubs über diese Auflagen nicht wirklich glücklich. Denn dort, wo um Mitternacht der grösste Umsatz gemacht wird, ist zu diesem Zeitpunkt bereits Zapfenstreich.

«Wir werden nicht öffnen»

Für Nachtclub-Besitzer Claudio Rudin ist klar: «Das betrifft uns nicht, denn wir werden nicht öffnen», so Rudin am Donnerstag. Dass um Mitternacht alle Leute aus dem Club müssen, mache für Rudin schlichtweg keinen Sinn. Er habe nicht das Gefühl, dass sich das Virus nach 24 Uhr mehr verbreiten würde.

Die Sperrfrist ist auch für die Wirtin der Grenwert Bar im Klingental das grösste Problem. «Wir haben Glück, wir haben viel Platz und einen Garten», so Cécile Grieder. Trotzdem bleibt der grosse Ansturm aus. «Die Leute sind Rhein und trinken dort etwas Eingekauftes. Sie kommen dann so um 22:30, 23 Uhr in eine Bar», die meisten Einnahme generiere Grieder zwischen 1:00 und 4:00 Uhr. Seit der Wiedereröffnung am 11. Mai nimmt die Bar pro Wochenende 4000 Franken weniger ein.

«Ich finde es eine wahnsinnige Bevormundung»

«Auch Junge Leute halten die Massnahmen ein», seit dem 11. Mai habe die Grenzwert Wirtin nur gute Erfahrungen mit den Gästen gemacht. «Ich finde es eine wahnsinnige Bevormundung, dass man sagt, um 24 Uhr sind alle zu besoffen, um sich an die Regeln zu halten.»

Die Balz bleibt vorerst zu. Für den Clubbetreiber ist klar, dass mit Abstandsregelungen und Sperrfrist eine Öffnung unrealistisch sei und rentieren würde sich das sowieso nicht «Sobald wir wieder normal aufmachen können, sieht es bei uns sehr gut aus.»

Die Bars bleiben im Gegenzug geöffnet. Doch auch dort werden in den meisten Fällen keine schwarzen Zahlen geschrieben. Cécile Grieder hofft deshalb auf die Eigenverantwortung und darauf, «…dass die Öffnungszeiten wieder so sind wie vorhin.»

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