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Der Europa-Park eröffnet nach der Corona-Krise am Freitag wieder. Tickets müssen online vorbestellt werden. (Video: Youtube)
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Europa-Park-Chef: «Wer keine Maske trägt, darf nicht auf die Achterbahn»

Am Freitag eröffnet der Europa-Park Rust wieder. Nach dem neuen Schutzkonzept müssen Besucher eine Maske tragen – dürften aber auch weniger Schlange stehen.

Am Freitag eröffnet Deutschlands grösster Freizeitpark nach dem Lockdown endlich wieder seine Pforten. In einem Interview mit der Zeitung 20 Minuten spricht Gründer und Firmenpatron Roland Mack über Existenzängste und erklärt das Corona-Schutzkonzept.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht könnte der Europa-Park das Jahr 2020 abhaken: «Das Coronavirus ist ein unsichtbarer Gegner, von dem wir bis heute nicht wissen, wann er geschlagen sein wird». Jetzt gebe es zumindest eine Perspektive und Massnahmen, gegen den unsichtbaren Gegner.

Durch die reduzierte Öffnung kriege der Freizeitpark auch den «Kopf aus der Schlinge». Möglich sei das mit angezogener Handbremse und 50 Prozent der Belegschaft in Kurzarbeit. Dann müsste in Gastronomie und Hotellerie der gleiche Umsatz pro Kopf erzielt werden, wie bislang – so käme man auf eine schwarze Null.

«Unsere Gäste sind ganz vernünftige Leute»

Mack warnt aber auch, dass der Park mit nur 10’000 Besuchern täglich nicht betrieben werden könne. Zwar würde die Politik schon noch mehr erlauben; man selber wolle aber erstmal lernen mit dem selbsterarbeiteten Schutzkonzept umzugehen. Zudem hoffe man, dass die Kunden sich auch an die Regeln halten werden.

Sei dies nicht der Fall, so gebe es genügend Sicherheitskräfte, die die Gäste immer wieder anweisen würden, wenn sie sich nicht regelkonform verhalten sollten. Masken seien im Europa-Park Pflicht und auch ohne grossen Aufschlag erhältlich. Mack stellt klar: «Wer keine Maske trägt, darf nicht auf die Achterbahn. Aber unsere Gäste sind ja in der Regel ganz vernünftige Leute», zitiert die Zeitung den CEO.

Neue App verkürzt Wartezeiten

Wer jetzt das Gefühl hat, bei so vielen Regeln könne einem im Spass-Park gar der Spass vergehen, dem seien die Vorteile des Schutzkonzeptes aufgezeigt: Mehr Bahnfahren wegen weniger Gästen und kürzere Wartezeiten, nicht zuletzt durch eine neue App, die die Besucher für die einzelnen Fahrten organisiert. «Wenn die Erfahrungen damit gut sind, wäre denkbar, dass wir die auch nach der Krise nutzen», schlägt Mack vor.

Angst, sich im Europa-Park mit dem Coronavirus zu infizieren, hätte die Kunden wohl nicht. Das würden die Anmeldungen zeigen: «Wir sind für die nächsten drei Wochen bereits ausgebucht», verkündet der Gründer. Zudem kämen täglich Tausende Ticketanfragen rein. «Das gibt mir Hoffnung, dass alles wieder gut kommt».

Keine Preiserhöhung in Sicht

Einen Preisaufschlag müssten die Besucher nicht befürchten. Weil das Programm reduziert sei, würde eine Erhöhung derzeit nicht in Frage kommen. Das sei auch nicht, das, «was die Macks bisher gemacht haben», so Mack.

Die Krise würde er selber auch privat zu spüren bekommen. So habe die Familie die Bezüge aus dem Unternehmen halbiert und würde seit zehn Wochen das Eigenkapital verbrennen.

Ein Familienunternehmen sei nicht wie ein grosser Konzern, wo die Aktionäre ihre Dividende wollen und gleichzeitig einen Schirm vom Staat verlangen. Sein Vater habe immer gesagt: «Schau, dass du nicht total von den Banken abhängig wirst.»

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