(Symbolbild: Unsplash/Jung Ho Park)
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Erstes Pygmäenseepferd in Afrika entdeckt

In der Sodwana Bay in Südafrika wurde eine besondere Entdeckung gemacht: Die nächsten Verwandten des Pygmäenseepferdchens leben tausende Kilometer entfernt.

In den Gewässern vor Südafrika machten Forscher eine überraschende Entdeckung: Dabei handelt sich es um ein winziges Seepferdchen, welches die Grösse eines Reiskorns besitzt. Gut getarnt lebt es zwischen Algen und Sand in der Sodwana Bay, einem Taucherort in der Nähe zur Grenze von Mosambik. Der Überraschungsfund wurde im Magazin «ZooKeys» beschrieben.

Wie National Geopraphic schreibt, ähnelt das Tier äusserlich anderen Pygmäenseepferdchen, auch Zwerg-Seepferdchen genannt. Eine Besonderheit hat das Tier aber: Am Rücken besitzt es spitze Enden an seinen stacheligen Fortsätzen. Wozu diese dienen, ist noch unklar. Viele Seepferdchen sollen Stacheln besitzen, welche zur sexuellen Selektion dienen könnten.

«Hier ist es»

Entdeckt hat das Tierchen Tauchlehrerin Nalu Olivier im Jahre 2017. Sie schoss Fotos und zeigte diese ihren Kollegen. Ein Jahr später fanden die Fotos ihren Weg zu Richard Smith, einem Meeresbiologen aus dem vereinigten Königreich, welcher dann mehrere Exemplare aus dem Meer herausfischte. Forscher benannten die Art nach der Tauchlehrerin, deren Spitzname «Fish» lautet, und tauften es auf den Namen «Hippocampus nalu». Nalu bedeutet in der südafrikanischen Sprachen Xhosa und Zulu «hier ist es».

So selten wie Kängurus in Norwegen

Das Spezielle an der Neuentdeckung ist, dass sie sonst nur im Korallendreieck bekannt ist. Diese Region erstreckt sich auf mehr als fünfeinhalb Millionen Quadratkilometern im Südwestpazifik. Die neu entdeckte Art lebt davon mehr als 8’000 Kilometer entfernt. Es ist das erste Pygmäenseepferdchen, welches im indischen Ozean und Afrika entdeckt wurde. Smith beschrieb den Fund mit einem Vergleich: «Das ist so, als würde man ein Känguru in Norwegen finden».

Sein Lebensraum macht das neue Seepferdchen einzigartig. Inmitten von Algen, in den felsigen Gewässern vor Südafrika fühlt es sich geborgen. Die in Sodwana Bay häufig vorkommenden Dünungen stören Hippocampus nalu nicht, erzählt Meeresbiologe Smith. Er war es, der beobachtete, wie die Seepferdchen im Sand begraben wurden und sich später ohne Mühe wieder aus der Sanddecke befreiten. Das macht die Tiere sehr robust, robuster als es andere Arten sind.

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