Geishas haben ein Onlineangebot aufgebaut. (Archivbild: Keystone)
International

Auch Japans Geishas gehen in der Corona-Krise online

Auch Japans Geishas spüren die Corona-Krise. Kurzerhand haben sie die alten Traditionen ins digitale Zeitalter gebracht.

Sie sind im Westen Sinnbild für asiatische Weiblichkeit: japanische Geishas. Auf höchstem Niveau unterhalten sie ihre Gäste mit traditionellen Künsten wie Tanz und Musik sowie intelligenter Konversation. Doch seit Ausbruch der Corona-Pandemie haben es auch Japans Geishas schwer, aus Sorge vor Ansteckung sind die Buchungen für ihre anspruchsvollen Künste eingebrochen.

In dem für seine heissen Naturquellen berühmten Kurort Hakone-Yumoto im Erholungsgebiet Hakone am heiligen Berg Fuji bieten Geishas jetzt ihre Unterhaltungsdienste online an, wie der Fernsehsender NHK berichtete.

Zu diesem Zweck habe sich eine örtliche Interessensvertretung, der rund 150 Geishas angehören, mit IT-Unternehmen zusammengeschlossen. Mit Hilfe von Software, die auch für Online-Konferenzen benutzt wird, können sich Kunden nun für eine Gebühr mit Geishas niveauvoll am Computer unterhalten und ihre Tanzdarbietungen am Bildschirm verfolgen.

Bewahrerinnen anspruchsvoller Kunst

Die Atmosphäre eines solchen Engagements ist zwar nicht dieselbe wie beim traditionellen Ozashiki, bei denen die in Kimonos gekleideten Geishas ihre Kundschaft bei gepflegtem Essen und Trinken unterhalten, doch dafür sind die Online-Auftritte kostengünstiger.

Geprägt unter anderem durch amerikanische Hollywood-Filme hält sich im Westen oft noch ein falsches Bild von einer Geisha als Prostituierte. Tatsächlich sind Geishas heutzutage Bewahrerinnen anspruchsvoller Kunst, die eine lange und harte Ausbildung durchlaufen und keineswegs Relikte aus einer längst vergangenen Zeit sind. Viele von ihnen nutzen moderne Kommunikationsmittel und informieren ihre Besucher und Fans auf Blogseiten über ihr Leben.

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