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Der Telebasel News Beitrag vom 25. Mai 2020.
Baselland

Pflegerin: «Weiss nicht, wie wir die Pflegenden länger im Beruf halten sollen»

Seit 40 Jahren ist Daniela Maritz in der Pflege tätig. Sie ist überzeugt: Der Beruf muss attraktiver werden, wenn der Pflegenotstand verhindert werden soll.

Daniela Maritz hat rund vier Jahrzehnte Erfahrung in der Pflege. Ende der 1970 Jahren machte sie die Ausbildung in der Pflege am Kantonsspital Basel. Danach bildete sie sich dort zur Intensivpflegerin weiter. 2002 absolvierte sie eine zusätzliche Weiterbildung als Fachexpertin für Infektionsprävention und Hygiene. Als Fachexpertin in diesen Bereichen ist sie im Kantonsspital Baselland Bruderholz tätig.

Doch auch für sie hat es in den letzten Monaten Situationen gegeben, welche sie so noch nicht kannte. «Wir hatten extrem wenig Zeit. Vom Lockdown am 16. März bis zum stehen des Corona-Spitals am 19. März mussten unglaublich viele Patienten, inklusive Personal nach Liestal und Laufen verschoben werden.»

Personal aus anderen Kliniken wurde ins Bruderholz geholt, 12 Stundenschichten eingeführt. Dies führte zu harscher Kritik von Seite der Gewerkschaften. Für Daniela Maritz war dieser Entscheid, zumindest im Beatmungszentrum, alternativlos, da es, im Moment zumindest, gar nicht genügend geschultes Personal für diesen Bereicht gäbe.

Bereit für zweite Welle

Bei der Bekanntgabe des Lockdowns musste alles schnell gehen. Auf eine allfällige zweite Welle sei man gut vorbereitet, ist die Fachexpertin für Infektionsprävention und Hygiene Daniela Maritz überzeugt: «Man hat all die Sachen an Lager. Man hat die ganzen Prozesse, die man damals als Hauruck-Aktion erarbeiten und ständig verbessern musste, jetzt bereit.» Auch der Kanton Baselland teilt die Meinung von Maritz, dass man gut auf eine allfällige zweite Welle vorbereitet sei.

Applaus schön, aber…

Die Wertschätzung jetzt während der Corona-Krise sei schön, findet Daniela Maritz. Vom Applaus habe sie auf dem Bruderholz zwar wenig mitbekommen, aber sie habe sich die Bilder im Fernsehen angesehen. Viele schöne Aktionen, wie gratis Pizzas für das Personal des Spitals, Schokolade als Dankeschön oder unzählige Zeichnungen von Kinder erhalten die Pflegenden im Moment. Maritz ist der Meinung, die Pflegenden haben das verdient, aber «für uns wäre eine gewisse Nachhaltigkeit wichtig, weil wenn nicht mehr Lohn kommt, weiss ich im Moment nicht wie wir die Pflegenden länger im Beruf halten sollen. Leider gehen sehr viele nach der Ausbildung direkt wieder weg und eigentlich ist es ein wunderbarer Beruf mit sehr vielen Karriere Möglichkeiten.» Karriere Möglichkeiten auf der einen Seite, die Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten auf der anderen Seite.

Beim Kanton nachgefragt, verweisst dieser auf die gängigen Lohntabellen der Kantonsangestellten. Die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion des Kantons Basellands schreibt: «Die beim Amt für Gesundheit beschäftigten Pflegefachpersonen werden nach den geltenden Einreihungskriterien und Lohntabellen des Kantons Basel-Landschaft entlohnt.»

Trotz allem, Daniela Maritz ist nach wie vor von ihrem Berufsweg überzeugt, denn: «Jawohl, ich würde diesen Beruf wiederwählen und kann ihn auch empfehlen.»

2 Kommentare

  1. Ich bin vor ein paar Wichen nach 35 Jahren in der Pflege als Pflegefachfrau HF ausgestiegen. Wenn sich die Personalpolitik wieder ändern würde wäre schon sehr viel getan. Den Leuten am Bett wieder rWertschätzung entgegen bringen -nicht nur als Gerede wenn Not am Mann ist – das wäre ein enorm wichtiger Schritt. Es geht nicht nur um die Bezahlung sondern um die Wertschätzung der eigenen Leute .Report

  2. Wenn der Bund und der Kanton uns,Pflegenden braucht müssen wir funktionieren. Aber es kommt nichts zurück. Mit klatschen ist die wertschätzung nicht getan. Immer mehr und noch mehr arbeit nur kein Lohn bezahlen.Report

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