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Der Telebasel News Beitrag vom 24. Mai 2020.
Baselland

Basler schmiedet mittelalterliche Rüstungen in der Corona-Krise

Der 31-jährige Nathan Cueni hat einen Beruf, den es in der Schweiz kaum mehr gibt. Er schmiedet in Zwingen mittelalterliche Rüstungen und Helme.

Der Amboss steht seit der Gründung anno 1904 in der Werkstatt in Zwingen. Nun wird nicht mehr wie damals auf Hufeisen gehämmert, sondern auf Helme und Harnische. Damit hat sich Nathan Cueni einen Bubentraum erfüllt. Die Schmiedekunst hat sich der 31-jährige Basler selbst angeeignet. Angefangen hat es mit dem Faible für Fantasy- und Mittelalterfilme wie etwa «Herr der Ringe» und «Königreich der Himmel». Er begann, selbst mit Hellebarde und Schwert zu fechten. Für die Schaukämpfe fand er aber nur schwer die passenden Rüstungen. Daher fing der gelernte Automatiker an, selbst mit Feuer und Metall zu experimentieren.

Wegen Corona nun öfters in der Schmiede

Mittlerweile ist das Hobby zum Beruf geworden. Mittelalter-Darsteller bestellen bei ihm ihre Rüstungen. In der Werkstatt seines Schwiegervaters in Zwingen legt Nathan Cueni nun regelmässig Hand an. Das Schmieden ist für ihn nicht das einzige Standbein. Der Vater eines zweijährigen Sohnes gibt Lektionen in Kung Fu und Tai Chi. Zudem unterrichtet er Deutsch und Mathematik bei einer gemeinnützigen Organisation. Wie für viele Selbstständige machte auch ihm die Corona-Krise einen Strich durch die Rechnung. Die Unterrichtstätigkeiten fielen vorübergehend weg. Deshalb konzentriert er sich momentan ganz auf das eiserne Handwerk.

Mittelalter-Fans bestellen im Laufental

Etwa vier komplette Harnische und acht Helme und Brustpanzer verkauft Nathan Cueni pro Jahr. Für einen Helm sind mit 25 Arbeitsstunden zu rechnen. Mittelalter-Fans legen für eine solche Anfertigung nach Mass schon mal einen vierstelligen Betrag auf den Tisch. Das Faible fürs Metall teilt der Autodidakt mit seinem Schwiegervater Erwin Cueni. Der pensionierte Schlossermeister und Metallbauer freut sich, dass wieder Leben in seinen Familienbetrieb kommt. «Ich bewundere, wie er die Fähigkeiten hat, als nicht einmal gelernter Kunstschlosser oder Kunstschmied, aus einem flachen Blech einen solchen Helm zu formen».

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