Die Schweiz startete einen weltweiten Aufruf wegen der Geldflüsse von Migrantinen und Migranten in ihre Heimatländer. Diese werden wohl zurückgehen. (Symbolbild: Keystone)
Basel

Schweiz fordert Offenhaltung der Kanäle für Rücküberweisungen

Weil die Geldüberweisungen von Migranten in ihre Heimatländer wohl einbrechen werden, ruft die Schweiz auf, Rücküberweisungen weiter zu ermöglichen.

Die Geldüberweisungen von Migrantinnen und Migranten in ihre Heimatländer könnten wegen der Corona-Krise in diesem Jahr um 20 Prozent einbrechen. Die Schweiz hat deshalb einen weltweiten Aufruf lanciert, um Rücküberweisungen auch während der Krise weiterhin zu ermöglichen.

Rücküberweisungen oder Remissen machen in gewissen ärmeren Ländern über 25 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) aus, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitag mitteilte. Allein im letzten Jahr hätten Migranten und Migrantinnen ihren Angehörigen in ihrer Heimat rund 550 Milliarden Dollar überwiesen.

Erhöhter Migrationsdruck

Viele dieser Familien könnten sich ohne die Gelder lebensnotwendige Güter oder Dienstleistungen wie Lebensmittel, Mieten, Schulen oder medizinische Behandlungen nicht leisten. Nun aber drohe wegen der Covid-19-bedingten Lockdown-Massnahmen und der Schliessung von Wechselstuben oder Finanztransferdienstleistern ein Rückgang dieser Zahlungen um 20 Prozent oder 110 Milliarden Dollar.

Das könnte auch zu einem erhöhten Migrationsdruck führen, schreibt das EDA weiter. Deshalb rufe die Schweiz zusammen mit Grossbritannien die Weltgemeinschaft auf, die Kanäle für Rücküberweisungen offen zu halten. Unterstützt wird der Aufruf von internationalen Organisationen wie der Weltbank, der Internationalen Organisation für Migration (IOM), dem Uno-Entwicklungsprogramm (UNDP) und von privaten Finanzakteuren.

Digitale Kanäle sollen zu Verfügung stehen

Politische Entscheidungsträger, Regulierungsbehörden und Dienstleistungsanbieter auf der ganzen Welt sollen dabei ermuntert werden, Geldüberweisungen zu erleichtern. Den Migrantinnen und Migranten sollen ausserdem digitale Kanäle zur Verfügung gestellt werden, und Informationskampagnen sollen auf die neuen Möglichkeiten hinweisen.

«Sorgen wir dafür, dass die Hürden weltweit beseitigt werden», wird Aussenminister Ignazio Cassis in der Mitteilung zitiert. Die Schweiz lege in ihrem Engagement den Fokus auf Dienstleistungen, welche die neuen Überweisungstechnologien nutzten, damit Migrantinnen und Migranten zum Beispiel per Mobil-Telefon Geld in die Heimatländer schicken könnten.

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