Auch alle Nicht-Anitas dürfen ins Tessin. (Bild: Ticino Tourismo)
Schweiz

Tessin startet Werbe-Offensive für Touristen

Die Tourismusbranche im Tessin liegt am Boden. Das soll sich jetzt wieder ändern.

Die Corona-Krise liess den Tourismus im Tessin zusammenbrechen. Kein Wunder: Noch vor Ostern appellierte Gesundheitsdirektor Raffaele De Cosa (CVP) eindringlich dafür, dass man Fahrten in den Süden der Schweiz erstmal lassen solle.

Aufs Tessin waren damals alle Augen gerichtet. Nahe beim Epizentrum der Pandemie in Norditalien gelegen, befürchtete man ähnliche Schreckens-Szenarien auch für die Sonnenstube der Schweiz.

Jetzt soll es aber wieder aufwärts gehen mit dem Tourismus. In den letzten Tagen wurden kaum mehr neue Corona-Infizierte gemeldet. Die Lage scheint unter Kontrolle. «Wir sind hier ganz knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Die Spitäler waren voll, das Virus breitete sich rasant aus – doch dank der Disziplin der Bevölkerung und der einschneidenden Massnahmen ist es uns gelungen, das Virus zumindest vorerst zu stoppen», sagt Regierungspräsident Norman Gobbi (LEGA) gegenüber «Blick».

Hotels bieten Rabatte

Touristen seien jetzt wieder herzlich willkommen. Deswegen startete Ticino Tourismo kurz vor Auffahrt die Kampagne «See you soon – das Tessin freut sich auf euch». Das Wetter spielt mit und Hotels bieten Rabatte.

Doch es gibt auch kritische Stimmen zu den Touristenmassen, die sich die Branche wünscht. Das Virus habe im Tessin vieles verändert, meint «Blick». Die südländische Leichtigkeit sei der Region abhanden gekommen. Gerade Deutschschweizer würden argwöhnisch angeschaut – auch wegen Vorfällen wie jenem in der Steinen Vorstadt, über den die ganze Schweiz sprach. «Nur wer die Gefahr am eigenen Leib zu spüren bekommt, nimmt sie wirklich ernst», sagt Regierungspräsident Gobbi dazu.

Eine Krankenpflegerin sagt gegenüber Blick: «Uns hier im Tessin hat das Virus einen wahnsinnigen Schrecken eingejagt.» Umso irritierter nimmt man zur Kenntnis, wie in Zürich, Bern oder Basel jetzt so getan wird, als sei die Angst vor dem Coronavirus eine riesige Übertreibung gewesen. «Wir hoffen einfach, die Touristen aus der übrigen Schweiz nehmen die Sicherheitsmassnahmen hier ernst genug.»

Fiebermessen beim Einchecken

Wie ernst das Tessin die Pandemie trotz sinkenden Zahlen nimmt, zeigt sich in eben diesen Massnahmen:  Allen Gästen wird vor dem Einchecken Fieber gemessen, Lifte dürfen nur alleine betreten werden, die Swimmingpools der Hotels sind ausser Betrieb. Das Zmorge-Buffet fällt aus, die Restauranttische stehen weit auseinander.

Hotelier Federico Haas aus Lugano findet deutliche Worte: «Wir brauchen jetzt die Hilfe der Schweizer!» Man müsse nicht nach Florida oder Phuket reisen. Denn: «Hier ist es auch sonnig, hier hat es auch Palmen. Wer Ferien machen will, kann sich bei uns sicher fühlen.»

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