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Der Telebasel News Beitrag vom 20. Mai 2020.
Basel

Hilfeschrei aus dem leeren Fauteuil – die Krise geht ans Eingemachte

Bereits seit Monaten sind die Theater in Basel geschlossen. Wo pro Aufführung mehrere tausend Franken verdient werden, herrscht jetzt Ebbe in der Kasse.

Die Basler Kleintheater kämpfen ums Überleben. Bereits seit Mitte März bleiben die Vorstellungssääle leer – die Theater sind aufgrund der Covid-19-Pandemie geschlossen. Das hat einschneidende Folgen: Es fehlen Einnahmen, es wird nicht geprobt, die Basler Theaterszene steht still.

Das bleibt so, voraussichtlich bis zum 8. Juni 2020 – und selbst dann ist noch nicht sicher, ob die Basler Bühnen wieder bespielt werden.

Das Fauteuil startet ab dem 20. Mai ein Crowd-Funding. (Video: zVg)

Das Geld fehlt

Die finanziellen Sorgen aufgrund der Schliessungen werden immer grösser. Die verschiedenen Kleintheater haben für sich Lösungs-Ansätze gefunden und wenden sich in der Krise an die Bevölkerung.

So kann man beispielsweise via Website der Helmut Förnbacher Theater Company nun spenden. Das Häbse-Theater stattet die bereits gekauften Tickets zurück und hat Ersatzdaten für verschobene Aufführungen kommuniziert. Das Theater Fauteuil am Spalenberg startet ab Mittwoch ein Crowdfunding, um die finanzielle Misere zu überstehen.

Damit können die finanziellen Löcher, die in der Corona-Krise entstanden sind, aber kaum gestopft werden. Sollen nun die Basler Kleintheater staatliche Hilfe bekommen? Nur mit Spenden und Crowdfunding könnten wohl einige nicht überleben – die Vielfalt an Kleintheatern würde kleiner werden.

«Das Ungewisse ist das, was uns zu schaffen macht»

Das Theater Fauteuil plant, im Herbst wieder sein Programm aufzunehmen. Laut Caronline Rasser, Co-Leiterin des Fauteuils, seien die Vorbereitungen dafür eine Herausforderung. «Das Ungewisse ist das, was uns zu schaffen macht», so Rasser am Mittwoch zu Telebasel. Wie es effektiv weitergehen wird, wisse aktuell niemand.

Auch der Helmut Förnbacher Theater Company macht diese Ungewissheit zu schaffen. Nicht nur das finanzielle, hunderttausend Franken schwere Loch liegt ihm Helmut Förnbacher dem Herzen. Der Theaterdirektor habe viel Mühe damit, dass auf seiner Bühne momentan keine Aufführungen stattfinden können.

«Wie soll es einem Theaterdirektor gehen, der ein Theater hat, welches nicht bespielt wird?» Da auf seiner Bühne aktuell keine Stücke gespielt werden, kann man seinen Film «Sommersprossen» aus dem Jahr 1968 auf der Theater-Website runterladen.

Nun kommt es auf Unterstützung an, dem Theater Fauteuil wurde vom Kanton bereits ein Betrag zur Verfügung gestellt. «Das reicht jedoch lange nicht, um unsere Ausfälle effektiv zu decken», so Claude Rasser, Co-Leiter des Fauteuils am Mittwoch.

All die Basler Kleintheater kämpfen momentan ums Überleben und sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Spenden und bisherige Beiträge, wie sie das Fauteuil beispielsweise vom Kanton bekommen hat, reichen nicht aus.

Mehr dazu in den Telebasel News vom 20. Mai 2020 um 18:30 Uhr und ab 19 Uhr stündlich in der Wiederholung.

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