Rasch, fair und unbürokratisch sollen die Nachforderung bei Bauprojekten abgewickelt werden, wie die SBB und das Bauhauptgewerbe vereinbarten. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Bauhauptgewerbe und SBB vereinbaren Lösungen für Corona-Mehrkosten

Nachforderungen bei Bauprojekten wegen der Corona-Pandemie sollen fair und unbürokratisch abgewickelt werden. Dies vereinbarten die SBB und das Bauhauptgewerbe.

Die Vereinbarung wurde getroffen von SBB Infrastruktur mit dem Schweizerischen Baumeisterverband, Infra Suisse, der Vereinigung Schweizerischer Bahntechnik-Unternehmen sowie der Vereinigung Schweizerischer Gleisbauunternehmer. Der gemeinsam entwickelte Lösungsansatz helfe allen Beteiligten und könne anderen Bauherren als Grundlage dienen, heisst es im Communiqué des Schweizer Baumeisterverbands.

Die Corona-Pandemie stelle die Baubranche vor grosse Herausforderungen. Bauunternehmen wie auch Bauherren sähen sich mit Mehrkosten konfrontiert. Diese entstünden, weil Baustellen hätten geschlossen werden müssen oder die Arbeiten aufgrund der Schutzmassnahmen aufwändiger seien. Ziel des gemeinsamen Vorgehens zwischen SBB Infrastruktur und dem Bauhauptgewerbe sei es, für jedes Bauprojekt rasch eine Einigung zu finden.

Zusätzliche Zeit einräumen

Die Einigung umfasst folgende Eckwerte: Forderungen von Unternehmen, die mit den vereinbarten Grundsätzen einverstanden sind, werden prioritär behandelt. Bei der Ermittlung der Mehrkosten wollen sich SBB Infrastruktur und die Verbände auf bekannte und etablierte Modelle stützen. Die zusätzlichen Kosten im Zusammenhang mit dem Herunter- und Hochfahren von Baustellen werden nach den in den einzelnen Werkverträgen vereinbarten Kalkulationsansätzen für Regiearbeiten entschädigt.

Für die Dauer, in der auf den Baustellen nicht gearbeitet werden konnte, wird den Firmen, soweit es der Bahnbetrieb zulässt, zusätzliche Zeit eingeräumt. Mehrkosten aufgrund des Stillstands von Baustellen werden je nach Positionen zwischen Unternehmen und SBB Infrastruktur differenziert geteilt.

Schutzmassnahmen gegen Coronavirus

SBB Infrastruktur verlangt von den Bauunternehmen Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus, welche die Schutzmassnahmen des Bundesamtes für Gesundheit konkretisieren. So kann SBB Infrastruktur verlangen, dass auf einer Baustelle eine Covid-19-Verantwortliche Person eingesetzt wird, um die Einhaltung der Massnahmen zu überwachen. Diese Personalkosten werden von der SBB zu vorgegebenen Tarifen getragen.

Die Umsetzung von Schutzmassnahmen gemäss den Vorgaben des Bundes führe zu Mehrkosten, heisst es weiter. Kosten für den Schutz der Mitarbeitenden werden von den Unternehmen übernommen. SBB Infrastruktur prüft im Einzelfall Kostenbeteiligungen für Mehraufwendungen bei übermässigen Erschwernissen. In welchem Umfang sich SBB Infrastruktur jeweils an den Kosten für die geringere Produktivität beteiligt, wird baustellenspezifisch mit den Bauunternehmen im Einzelfall geprüft.

Die Vereinbarung ebne den Weg, dass SBB Infrastruktur ihre Ressourcen unvermindert auf die Projektierung, Ausschreibung und Realisierung geplanter Bauvorhaben einsetzen könne, schreibt der Baumeisterverband. Und weiter: «Bei den Baustellen stehen weiterhin die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeitenden im Zentrum.»

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