Lukas Engelberger ist ab Juni Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK). (Archivbild: Keystone)
Basel

Engelberger sieht kaum Spielraum bei Löhnen in der Pflege

Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger sieht die Gesundheitskosten weiter steigen. Er will die Krankenkassen in die Pflicht nehmen.

Der Basler Gesundheitsdirektor und designierte Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz, Lukas Engelberger (CVP), sieht die Gesundheitskosten in der Schweiz weiter steigen. «Der Kostendruck wird nicht einfach verschwinden, im Gegenteil.»

Dies sagte er der Neuen Zürcher Zeitung vom Dienstag. «Es wird eine wirtschaftliche Bremsspur geben, das macht sich im Budget vieler Menschen bemerkbar. Höhere Gesundheitsausgaben schmerzen da besonders», erklärte er in dem Interview.

Die Coronavirus-Pandemie werde zudem die Logik der Spitalplanung beeinflussen, sagte Lukas Engelberger weiter. «Man wird Kompromisse bei der Kosteneffizienz machen müssen.» Es brauche offensichtlich Reserven für den Notfall, hiess es. «Die Versorgungssicherheit und die Möglichkeit, die Kapazitäten im Bedarf kurzfristig zu erhöhen, werden in Zukunft wieder mehr Gewicht erhalten», betonte der CVP-Politiker gegenüber der NZZ.

Neue Umverteilungen

Zur Dämpfung der Kostenexplosion im Schweizer Gesundheitswesen schweben ihm daher zahlreiche Sparmassnahmen vor. «Die Mittel dazu können aus jenen Bereichen kommen, in denen es heute ein Überangebot gibt und wo entsprechend zu viel gemacht wird, etwa bei künstlichen Hüft- und Kniegelenken», erklärte er. Es gebe auch andere Spielräume, «etwa bei der Frage, welche Leistungen kassenpflichtig sind und welche nicht.» Er hätte erwartet, dass die Kassen aus eigenen Stücken beispielsweise die kompletten Kosten für die Tests übernehmen.

Für Gehaltserhöhungen beim Pflegepersonal sieht er zudem derzeit keinen Spielraum. «Es liegt nicht drin, die Gesamtlohnsumme der Angestellten im Gesundheitswesen zu erhöhen.» Da wolle Lukas Engelberger lieber Geld von anderen Akteuren, wie den Ärzten holen – denn es gebe Spielraum für eine Umverteilung unter den Berufsgruppen, erklärte er. «In einzelnen Disziplinen sind die ärztlichen Tätigkeiten heute wohl zu hoch abgegolten», hiess es zur Begründung.

Alle an einem Strang ziehen

Für die Verteilung der coronavirus-bedingten Ausgaben pocht der künftige GDK-Präsident auf ein Gesamtkonzept. «Wir erwarten vom Bund und von den Krankenkassen, dass sie sich mit den Kantonen und den Spitälern an einen Tisch setzen, um eine faire Verteilung der Kosten zu erreichen», betonte er.

Lukas Engelberger ist seit 2014 Gesundheitsdirektor des Kantons Basel-Stadt und war vor wenigen Tagen zum neuen Präsidenten der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) ab Juni gewählt worden.

2 Kommentare

  1. Solange jeder Politiker, auch die ominöse CVP mit Herrn Engelberger lobbyieren kann und darf, werden Milliarden Beträge rumgeschoben und von unten nach oben verteilt. Die Krankenkassen sind die neuen Gesslers und treiben mit Swiss DRG dem Abrechnungs- /Kontrollsystem der Sharehoder im Gesundheitswesen Ihr Unwesen und beschäftigen tausende neue Erbsenzähler und halten die Pflegenden vom Pflegen ab.Zudem kostet der Spass einige Milliarden pro Jahr und profitieren tun vorallem ein paar Dutzend Leute ,die dasGesundheitsgeschäft dominieren! Von mir aus gesehen, gehören die ganzen Krankenkassen in den Gulli, den Kapitalismus in Ehren für die ,welche davon Reich werden.Wer heute noch behauptet es brauche einen Wettbewerb im Gesundheitswesen, hat wesentliche Punkte nicht verstanden.Die Ampeln stehen auf Rot, wenn es keine Verbesserungen, strukturell und Lohnmässig gibt in der Pflege, dann dürfen sich die Verantwortlichen Profiteure und Lobbyisten auf eine pflegearme Zukunft und einen heissen Herbst freuen! Ohne Preis gibt’s keinen Fleiss mehr!Report

  2. Wohin versickern eigentlich die ganzen verdammten Milliarden, die wir jährlich ins Gesundheits- und Pflegewesen buttern? Ich meine, die Löhne der Angestellten im Pflegebereich sind ja lächerlich niedrig und ein 0815-Hausarzt verdient jetzt auch nicht sooo viel… Wird Zeit, dass nach Corona auch hier rausgefegt wird.Report

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