Schweiz

Bundeskredite sind noch kein Verkaufsschlager

Wochenlang wurde aus allen Ecken des Fussballlandes um Unterstützung vom Bund geschrien. Nun ist sie Tatsache - doch niemand nutzt sie bislang.

Wochenlang hörte man aus allen Ecken der Fussball-Schweiz die Forderungen nach staatlicher Hilfe. Ohne diese Hilfe würde man die zuschauerlose Zeit während Corona nicht durchstehen. Nun wurden vom Bund 100 Millionen Franken gesprochen. Einen Kredit aufnehmen, will aber trotzdem noch niemand.

Angst vor roten Zahlen

Denn die Vereine hadern noch mit den Bedingungen, die an diese Kredite geknüpft sind. Will man nämlich den Kredit zurückzahlen, dann müsste man in erster Linie einen Gewinn verzeichnen. In Zeiten von Corona praktisch unmöglich im Schweizer Fussball. Geisterspiele bringen den Vereinen keine Einnahmen – im Gegenteil. Sie produzieren sogar noch zusätzliche Kosten.

Teams wie die Young Boys aus Bern oder der FC Basel können aktuell noch von ihren Reserveren zehren. Aber abgesehen von den Grossen, geht es dem Rest der Schweizer Liga eigentlich nur um Eins – auch ohne Corona: Einen finanziellen Verlust zu vermeiden. Die Aufnahme eines Kredits beim Bund würde die Situation womöglich eher noch verschärfen.

Bedingungen zu happig?

Denn die Kredite des Bundes haben ihre Fallstricke: 30 Prozent der TV- und Marketinggelder und 25 Prozent der Transfererlöse müssten fix für die Rückzahlen des Kredits verwendet werden. Gleichzeitig müssten die Löhne zu 20 Prozent gesenkt werden. Und – die Klubs haften solidarisch für die Rückzahlung. Das klingt auf den ersten Blick happig.

Laut FCB-CEO Roland Heri, ist der Entscheid beim FC Basel – ob man Geld vom Bund beanspruchen werde oder nicht – vor allem von etwas abhängig: «Ob der FC Basel 1893 ein solches Darlehen aufnehmen wird, ist unter anderem abhängig von den Entscheidungen des Bundesrates am 27. Mai sowie der Liga am 29. Mai 2020 hinsichtlich einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs.»

Wie geht es weiter?

Dieser Meinung ist auch die Mehrheit der anderen Vereine. Das Zünglein an der Waage ist weiterhin: Wird die aktuelle Saison nochmals neu gestartet? Oder wird die Saison abgebrochen? Und noch mehr drängt die Frage: Ab wann kann man wieder mit Zuschauer im Stadion rechnen, um Einnahmen zu generieren? Bis keine Gewissheit auf dieser Ebene herrscht, wird wohl kaum ein Verein in der Schweiz die finanzielle Unterstützung des Bundes annehmen.

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