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Der Telebasel Talk vom 13. Mai 2020 mit Isabelle Viva und Martin Röösli.
Basel

Tausend Unterschriften gegen 5G-Antennen

In Arlesheim und Münchenstein bekämpfen 1'000 5G-Gegner zwei Antennen-Projekte. Gegnerin Isabelle Viva und Strahlenschutzexperte Martin Röösli sprechen darüber.

Die 5G-Mobilfunktechnologie weckt in der Bevölkerung noch wie vor starke Ängste. Einen Teilerfolg erzielten deren Gegner nun bei Bundesrätin Simonetta Sommaruga. Ihr UVEK will weitere Testmessungen durchführen, was Wirtschaftsvertreter und die Swisscom aufregt.

Erstere versprechen sich von 5G eine wesentlich raschere Datenübermittlung, letztere wollte dieses Jahr ein flächendeckendes, landesweites Netz in Betrieb nehmen. Real kommt der Bescheid des Bundes einem vorübergehenden Stopp gleich. Die «NZZ» kommentierte: «Der Bundesrat legt Regeln fest, ohne zu definieren, wie diese anzuwenden sind. Das ist unprofessionell».

«Antennen-Strahlung schädigt Menschen, Tiere und Pflanzen»

Nun ist der Streit um Handy-Antennen, nach diversen anderen Beispielen, erneut in der Region aufgeflammt. Was neu ist: Diesmal setzen nicht nur Einzelpersonen sondern 1’000 Menschen ihre Unterschriften auf zwei Einsprachen. Wie die «bzBasel» am Montag berichtete, reichen Gegner zwei Sammeleinsprachen ein: 346 gegen eine Antenne in Münchenstein, 650 gegen eine solche in Arlesheim.

Die von solchen Antennen abgegebene Strahlung schädige die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen, sagen sie. Kritisiert wird auch der Standort in nächster Nähe einer Schule in Münchenstein. Man kenne die Gefahren noch überhaupt nicht, wird die Grüne Politikerin Isabelle Viva zitiert, die sich gegen die Antennen wehrt. Noch nicht einmal die Auswirkungen der aktuell im Einsatz stehenden 4G-Technologie sei genügend erforscht.

Handy am Ohr: stärkste Strahlung

Martin Röösli gilt landesweit als der bekannteste Strahlenexperte. In diversen Interviews hat er zum Kampfthema eine sehr differenzierte Haltung eingenommen. Im «Beobachter» etwa sagte er, dass wir keine Zunahme an Hirntumoren in den letzten 15 Jahren sehen, «obwohl dies aufgrund der immer stärker verbreiteten Handynutzung eigentlich erwartet werden müsste». Zudem hält er  fest, dass die Strahlung eines Handys am Ohr um den Faktor eine Million stärker wirkt als eine Antenne auf einem Dach. Er anerkennt aber auch, dass es bezüglich der Technologie noch Unsicherheiten gebe.

5 Kommentare

  1. Der Mobilfunkstandart 5G wird auf Druck der Wirtschaft voran getrieben, leider ohne die Folgen davon, vorher abzuklären, diese sind noch nicht einmal für die alte Mobilfunkgenerationen restlos abgeklärt.
    Wobei auch schon früher der Radiosender Schwarzenburg abgestellt werden musste, weil Gesundheitliche Probleme in der nähe des Senders auftraten, die nach der Stilllegung verschwanden.
    Leider hat Herr Röösli gar keine andere Wahl als den Mobilfunk zu verteidigen, den er ist als Strahlungs-Experte vom Bund beauftragt, der wiederum 51 % an der Swisscom besitzt.
    Herr Röösli erwähnt immer wieder, dass das Natel am Ohr bei schlechter Verbindung mehr strahlt als eine Antenne, nur, das Natel kann ich ausschalten, aber den Antennen bin ich Tag und Nacht 24 Stunden 52 Wochen und 365 Tage im Jahr ausgesetzt.
    Ferner hat die letzte vom Bundesrat in Auftrag gegebene Arbeitsgruppe die im letzten Herbst ihre Studie veröffentlichte, auf Seite 67 eine Tabelle aufgeführt mit folgendem Wortlaut,
    dass Mobilfunkstrahlung keine Schäden verursacht,
    ausser: Einer gestörten Durchblutung des Gehirns, einer Beeinträchtigung der Spermienqualität, einer Destabilisierung der Erbinformation sowie Auswirkungen auf die Expression von Genen, den programmierten Zelltod und den oxidativen Zellstress.
    Das alles wird von den Befürworter einfach ignoriert und immer wieder behauptet, dass keine Gesundheitlichen Schäden bekannt seien.
    Vermutlich weiss jeder der etwas denken kann was das heisst, nur die Mobilfunkfreunde sind taub und scheinen keine Ahnung zu haben, oder sie wollen es einfach nicht wahr haben.
    Dabei erwähnen sie immer wieder, wie Ihnen die Gesundheit der Bevölkerung am Herzen liege.
    Es ist wie beim Corona Virus, man sieht es nicht, man riecht es nicht und man hört es nicht.Report

  2. das problem an dieses berichts ist, dass erstens keine eigenen studien durchgeführt wurden, lediglich wurden andere studien bewertet und dies ziemlich selektiv. das ist wie wenn man in einer fernsehsendung zum klimawandel zwei wissenschaftler gegenüber setzt. der eine bestätigt den klimawandel und der andere dementiert ihn. nur ist es so dass der wissenschaftler der den klimawandel bestätigt mit ca. 97% aller wissenschaftler und studien usw überein stimmt. der andere mit 3%. wenn sich beide gegenüber gesetzt werden wird für den zuschauer sugeriert, dass es eine 50/50 situation ist, was es nicht ist. hier ist es das selbe. es gibt meines wissens eine studie, die nahelegt, dass elektromagnetische strahlung tumore verursacht, welche nicht zureichend belegt und ziemlich alt ist. diese wird von neueren studien gegen die strahlung aufgegriffen aber kann unter den grenzwerten(von who) nicht reproduziert werden. wobei es gegung renomierte studien zur EMS gibt und keine davon zeigt eine schädlichkeit unterhalb der grenzwerte auf. des weiteren ist der grenzwert der schweiz weit unterhalb der vorgebenen grenzwerte der who.Report

  3. danke, endlich jemand, der etwas davon versteht, von der materie. ist leider schon traurig, dass so viele menschen in der schweiz, trotz mehr als genügend studien ohne irgendwelche nachweise zu einer schädlichkeit der mobilfunk/elektromagnetischen strahlung unterhalb der festgelegten grenzwerte, angst davor haben weil sie es nicht verstehen (wollen).Report

  4. Herr Kirrmann und Sie sind Physiker und verstehen natürlich alles bis ins Detail. Dass es durch die Mobilfunktelefonie Veränderungen in den Hirnströmen gibt ist bewiesen (selbst Herr Röösli als Fachmann bestätigt dies). Wir können auch mal umkehren und in Studien beweisen, wer denn unbedingt 5G braucht und will. Ins Mittelalter zurück will niemand, aber das Tempo heute ist zu schnell.
    Machen Sie sich bitte auch mal Gedanken zum Strom- und Ressourcenverbrauch.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Gesundheit.
    Wenn Sie Zeit haben, lesen Sie die Bioinitiative 2012.Report

  5. Wir kehren langsam ins Mittelalter zurück. Die Furcht vor der Strahlung ersetz den Teufelsglaube. Da einige Menschen die heutige Technik nicht mehr von Magie unterscheiden können, trauen sie Charlatane. Keiner der Gegner hat je eine persönliche Erfahrung mit Radiostrahlung gehabt, sie lesen in Studien, die Angst verbreiten und sich gegenseitig im Glaube verstärken. Es werden Sachen behauptet, die gegen Physik und Mathematik verstossen, unter dem Vorwand, „dass es viele Sachen gibt zwischen Himmel und Erde, die man nicht kennt“. Hier hat die Ausbildung versagt. Bald kommen die Priester zurück und diktieren unser Leben.Report

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