Schlechte Arbeitsbedingungen, wenig Zeit, körperlich am Limit: Das Schweizer Pflegepersonal fordert von der Politik Verbesserungen. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Pflege fordert in offenem Brief Taten statt Worte

Die Corona-Pandemie hat unter anderem gezeigt, wie wichtig die Pflegenden in der Gesundheitsversorgung sind. In einem offenen Brief fordern diese nun Taten.

Um einen drohenden Pflegenotstand abzuwenden, verlangen die Pflegenden in einem öffentlichen Appell von der Politik Taten statt schöne Worte. Am Dienstag wird der internationale Tag der Pflege begangen. Gerne hätten die Pflegefachpersonen diesen Tag mit einem grossen Fest gefeiert, heisst es in einer Medienmitteilung des Schweizer Berufsverbandes der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) vom Montag.

Stattdessen befinde man sich in der grössten globalen Gesundheitskrise der jüngeren Geschichte. Mit einem öffentlichen Online-Appell mit dem Slogan «Stell dir vor, du brauchst Pflege und niemand ist da» sucht der SBK die Unterstützung für seine Anliegen in der Bevölkerung.

Versorgung der Bevölkerung auch ohne Pandemie gefährdet

Die Pandemie hat zwar die Arbeit der Pflegenden in den Vordergrund gerückt, nach Angaben des Berufsverbandes liegt aber vieles im Argen. Die pflegerische Versorgung der Schweizer Bevölkerung sei auch ohne Pandemie gefährdet. Auch unter normalen Bedingungen arbeite das Gesundheitspersonal über der Belastungsgrenze.

Bis 2030 braucht es laut dem SBK 65’000 zusätzliche Pflegende. Die Ausbildungszahlen seien aber viel zu tief. Bei den diplomierten Pflegefachpersonen werde nicht einmal die Hälfte des Bedarfs ausgebildet. Ausserdem verlasse fast jede zweite Pflegefachperson den Beruf frühzeitig und aktuell seien 11’000 Pflegestellen vakant.

Bessere Arbeitsbedingungen und genug Zeit

Neben einer Ausbildungsoffensive braucht es laut dem SBK im indirekten Gegenvorschlag zur Pflegeinitiative zwingend weitere Verbesserungen. Die Pflegenden müssten genug Zeit für die Pflege der Patienten haben und Arbeitsbedingungen und die Attraktivität des Berufes müssten sich verbessern, damit die Ausgebildeten im Beruf blieben.

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