Via Zoom hat die Plattform «Helvetia ruft!» Frauen zur Polit-Kandidatur ermuntern. (Archivbild: Keystone)
Basel

Mehr Frauen sollen ins Parlament, fordert «Helvetia ruft!»

Mit rund 170 Teilnehmerinnen lancierte die Plattform «Helvetia ruft!» gestern für Basel ihre Tournee für mehr Frauen im Parlament

Ein Drittel der Sitze im Grossen Rat sind in Basel mit Frauen besetzt und zwei von sieben Regierungsmitglieder sind weiblich. Zu wenig findet «Helvetia ruft!», eine überparteilich getragene Plattform. Deswegen sollen Frauen aktiv dazu ermuntert werden, sich für die Wahlen aufstellen zu lassen. Bei den National- und Ständeratswahlen wurden so viele Frauen ins Parlament gewählt, wie noch nie, auch damals war «Helvetia ruft!» involviert.

Heute Abend soll die Kampagne in Basel lanciert werden. Mit dabei sind Politikerinnen von allen Parteien, auch Telebasel-Chefredaktorin Karin Müller, Uni-Rektorin Andrea Schenker-Wicki, Architektin Barabara Buser, Professorin für Politikwissenschaft und Sibylle von Heydebrand, Präsidentin FrauenBasel.ch.

Frauen machen einen Unterschied

«Frauen machen erwiesenermassen einen Unterschied in der Politik», sagt Bailer gegenüber der bz. Studien würden etwa zeigen, dass sich ein weiblicheres Parlament positiv auf den Sozialstaat und die Gehaltsunterschiede auswirkt. Und: «Je mehr Frauen kandidieren, desto mehr Frauen gehen wählen.»

Telebasel-Chefredaktorin Karin Müller hat für die potentiellen neuen Politikerinnen vor allem eine Botschaft: «Kommunikation, Konzentration und Feierabend. Lasst euch nie einreden, dass ihr etwas nicht könnt!»

Wie so viele Veranstaltungen findet der Anlass heute Abend via Zoom statt, einschalten kann man ab 20.30 Uhr hier.

Und hier Auszüge aus der Rede unserer Chefredaktorin

(…)

Sie können viel mit Kommunikation, Konzentration und Feierabend erledigen.

Zu 1/ Kommunikation

Das Schmiermittel eines Unternehmens. Kommunikation hört nie auf. Hören Sie auch nie auf! Schriftlich – mündlich – online – oder digital. Selbst wenn Sie nicht kommunizieren, kommunizieren Sie. Grossartig. Bitte machen Sie kurze Gespräche und Sitzungen und schreiben Sie die Fakten auf. Schreiben Sie manchmal die Gesprächszusammenfassung schon im Vornherein, und wenn ihr Gegenüber wieder ins Büro geht, ist Ihre E-Mail schon da. Machen Sie schriftlich, was wichtig ist.

Suchen Sie den Austausch, bringen Sie zusammen. Überraschen Sie Ihr Gegenüber mit einem Verhandlungspunkt. Es soll ein Erlebnis sein, mit Ihnen zu kommunizieren. Weil Sie nie aufgeben. Und weil Sie Absagen nicht persönlich nehmen.

Zu 2/ Konzentration

30% Kommunizieren, 30% Nachdenken, 30% Admin, 10% für Ausserordentliches. Das müsste Ihre Rechnung als angehende Top-Politikerin sein. Und die 30% Admin machen Sie bitte nicht erst am Abend ab 20 Uhr. Schauen Sie, dass ihr Büro gemacht ist, wenn Sie in den wohlverdienten Feierabend gehen. Wissen Sie, wie viele Frauen ich kenne, die dann, wenn alle nach Hause gegangen sind, mit ihren Admin-Aufgaben anfangen. Viele. Sehr viele! Konzentration also. Jeder Impuls (E-Mail, Gespräch, Telefonat etc.) möglichst in einem Mal bearbeiten und erledigen. Delegieren.

Zu 3/ Feierabend

Ganz wichtig. Bitte machen Sie frei, und wenn Sie frei machen, machen Sie nichts anderes. Machen Sie da eine chinesische Mauer. Sie werden das, was Sie gerne machen, länger machen.

Die zoom-Veranstaltung war laut Teilnehmerinnen und Veranstalterinnen ein Erfolg.

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